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Vorarlberg-Wahlen: ÖVP verlor am meisten in Feldkirch

Bregenz (APA) - Die Volkspartei hat bei den Gemeindewahlen in Vorarlberg ordentlich Federn gelassen, in zwanzig der 36 Gemeinden, in denen d...

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Bregenz (APA) - Die Volkspartei hat bei den Gemeindewahlen in Vorarlberg ordentlich Federn gelassen, in zwanzig der 36 Gemeinden, in denen die ÖVP mit eigenen Listen antrat, erreichte sie dennoch die absolute Mehrheit. Dagegen konnten sich die Freiheitlichen und die SPÖ jeweils in zwei Ortschaften durchsetzen. Für die Grünen reichte es in elf Gemeinden zu Platz zwei, darunter die Stadt Feldkirch.

2010 kandidierte die ÖVP offiziell in 45 Kommunen und wurde in 37 davon die stärkste politische Kraft (82,2 Prozent). Am Sonntag konnte sie sich gegen die politische Konkurrenz nur noch in 52,2 Prozent der Ortschaften durchsetzen. Sieht man von den drei Fällen ab, in denen sich die Volkspartei allein zur Wahl stellte, sind die beiden Kleingemeinden Löruns mit 79,8 Prozent und Silbertal mit 78,4 Prozent (beide Bezirk Bludenz) derzeit die dominantesten ÖVP-Hochburgen auf Vorarlberger Gemeindeebene. In zwei weiteren Orten schaffte die Volkspartei Ergebnisse über 70 Prozent, in fünf über 60 Prozent. Das schlechteste Ergebnis setzte es in der SPÖ-Hochburg Bürs (Bezirk Bludenz) mit 30,9 Prozent, gefolgt von Hohenems mit 31,6 Prozent und Nenzing mit 33,7 Prozent.

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Zu absoluten Mehrheiten reichte es für die Volkspartei in keiner der fünf Städte mehr, am stärksten war der Verlust in Feldkirch. Dort verlor die ÖVP mit Bürgermeister Wilfried Berchtold 19,6 Prozentpunkte und schaffte es nur noch auf 48,1 Prozent (2010: 67,62 Prozent) der Stimmen. In Hohenems, wo diesmal FPÖ-Chef Dieter Egger antrat, überholte die FPÖ sogar die Volkspartei um 10,7 Prozentpunkte und erreichte 42,3 Prozent. Auch in Dornbirn und Bregenz gingen der ÖVP Wähler verloren.

Die FPÖ legte ihre besten Ergebnisse wie vor fünf Jahren in ihren traditionellen Hochburgen Nenzing (55,9 Prozent, Bezirk Bludenz) und Fußach (52,7 Prozent, Bezirk Bregenz) hin, in denen sie auch seit Jahren den Bürgermeister stellt. In Schruns (Bezirk Bludenz) und Hohenems konnten die Freiheitlichen die 40 Prozent-Hürde überschreiten, in einer weiteren Gemeinde die 30 Prozent. In Österreichs größter Gemeinde, Lustenau, bleibt die FPÖ mit 24,2 Prozent nach der ÖVP die zweitstärkste Kraft, außer in Hohenems reichte es in den Vorarlberger Städten nur für Platz drei. In zwei Gemeinden blieb die FPÖ unter der Zehn-Prozent-Grenze, Schlusslicht war wie für die ÖVP Bürs mit 4,2 Prozent.

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Waren die Grünen im Jahr 2010 erst in drei Gemeinden auf Platz zwei vorgerückt, etablierten sie sich bei den Gemeindewahlen am Sonntag bereits in elf Kommunen in den Bezirken Feldkich und Bregenz als zweistärkste Kraft. Mit 38,7 Prozent erzielten die Grünen in Göfis ihr landesweit bestes Ergebnis, gefolgt von 30,0 Prozent in Altach (beide Bezirk Feldkirch). In insgesamt fünf Orten stimmten über 20 Prozent der Wähler für die Grünen, in Vorarlbergs zweitgrößter Stadt Feldkirch fuhren sie mit 19,0 Prozent das beste Ergebnis in einer Stadt ein. Die Grünen traten in 25 Gemeinden an, lediglich in Vandans (4,9 Prozent) und Fußach (6,0 Prozent) blieben sie unter zehn Prozent.

Die Sozialdemokraten erzielten bei den Gemeindewahlen in den zwei Ortschaften St. Gallenkirch und Bürs (beide Bezirk Bludenz) die Mehrheit. In St. Gallenkirch eroberte die SPÖ mit 56,3 Prozent Stimmenanteil die 2010 an die ÖVP verlorene Vormachtstellung wieder zurück, in der traditionellen Hochburg Bürs stimmten 47,2 Prozent der Wähler für die SPÖ. In Bludenz rückte der junge SPÖ-Kandidat Mario Leiter mit seiner Ortspartei mit einem Abstand von nur noch 2,8 Prozentpunkten deutlich näher an die ÖVP heran. Die „rote Karte“ bekamen die Sozialdemokraten in Höchst (2,9 Prozent) und Lustenau (3,0 Prozent). Österreichs größte Marktgemeinde gilt traditionell als steiniges Pflaster für die SPÖ.

Die NEOS, die sich heuer zum ersten Mal in Vorarlberg in vier Ortschaften zur Gemeindewahl stellten, fuhren ihr bestes Ergebnis mit 7,0 Prozent in Feldkirch ein. In Dornbirn, wo Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker die Ortspartei anführte, kam die pinke Partei auf 5,7 Prozent und in Hörbranz auf 3,7 Prozent. In der Landeshauptstadt reichte es nur für 2,7 Prozent, den Einzug in die Stadtvertretung schafften die NEOS aber auch dort.


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