Polizei zählt nächtliche Besucher mit Strichlisten
Innsbruck – Stricherllisten in den Innsbrucker Wachzimmern sorgen derzeit für Diskussionen unter den Polizisten. Dort „muss jeder Besucher d...
Innsbruck –Stricherllisten in den Innsbrucker Wachzimmern sorgen derzeit für Diskussionen unter den Polizisten. Dort „muss jeder Besucher der Dienststelle in den Abendstunden eingetragen werden“, schreibt ein Beamter. Angeblich, „um den Bedarf einer besetzten Dienststelle in der Nacht zu hinterfragen“. Die Befürchtung der Beamten: Dass Wachzimmer mit weniger Andrang bald nur noch tagsüber besetzt sind.
Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler bestätigt, dass die Landespolizeidirektion derzeit eine Evaluierung in Innsbruck durchführt. Dass das Ziel dieser Evaluierung die nächtliche Schließung der einen oder anderen Polizeiinspektion sei, dementiert er: „Moderne Organisationen erfordern Evaluierungen, sonst gibt’s Stillstand.“
Derzeit halten in den sieben größeren Wachzimmern erfahrenere Beamte – so genannte Besetzer – in den Nachtstunden die Stellung, die jüngeren Kollegen sind auf Streife. Die Vorteile dieser Einteilung: Hilfesuchende Menschen stehen nicht vor verschlossenen Türen. Und die jüngeren „Außendienstler“ können in schwierigen Fällen jederzeit einen Routinier um Rat fragen.
Und diese „Besetzer“ – so befürchten die Innsbrucker Polizisten – könnten im einen oder anderen Wachzimmer bald Geschichte sein. „Man würde sich dadurch einiges an Überstunden sparen“, so ein Polizist.
Evaluiert wird aber nicht nur die nächtliche Besucherfrequenz. Auch für die Einsätze der Streifendienste gibt’s Stricherllisten. „Erfolg dieser Politik wird sein, dass sich Polizisten nur noch für Ereignisse interessieren, welche auch für die Statistik nützlich sind“, schreibt ein Beamter. Auch die Personalvertretung hat sich bereits in die Diskussion eingeschaltet. (tom)
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