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Drohung gegen Politiker: Freispruch für Kärntner Ex-Fußballfunktionär

Klagenfurt (APA) - Ein Prozess wegen versuchter Nötigung und Sachbeschädigung gegen den ehemaligen Vizepräsidenten eines Kärntner Fußball-Re...

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Klagenfurt (APA) - Ein Prozess wegen versuchter Nötigung und Sachbeschädigung gegen den ehemaligen Vizepräsidenten eines Kärntner Fußball-Regionalligisten ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Laut Anklage soll der Mann im Frühjahr 2010 dem damaligen SPÖ-Sportstadtrat von Klagenfurt, Manfred Mertel, Drohbriefe geschrieben haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Es gebe „keinen objektiven Beweis“ für die von der Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage erhobenen Vorwürfe, erläuterte Richter Norbert Jenny seinen Freispruch. Ein grafologisches Gutachten hatte ergeben, dass die Drohbriefe mit „Wahrscheinlichkeit“ von dem Beschuldigten stammen. „Es liegt aber keine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit vor“, sagte der Richter.

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Staatsanwältin Doris Kügler meldete gegen das Urteil umgehend Berufung an. Sie bezeichnete den Ex-Fußballfunktionär als „hochwahrscheinlichen“ Verfasser der Drohbriefe. Zudem habe sich der Mann immer wieder in Widersprüche verstrickt und „ein gestörtes Verhältnis zu den Organen der Stadt Klagenfurt“, so die Staatsanwältin.

Laut Anklage soll der Ex-Vizepräsident auch einen zweiten Kommunalpolitiker, nämlich den damaligen freiheitlichen Finanzstadtrat Albert Gunzer, bedroht und dessen Auto in einer Tiefgarage zerkratzt haben. Zwar fanden die Ermittler neben dem beschädigten Fahrzeug des Kommunalpolitikers den Darminhalt des Angeklagten, dass der Mann auch einen Brief hinter die Windschutzscheibe gesteckt und den Lack zerkratzt hätte, dafür fand sich allerdings kein eindeutiger Beweis.

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Im Frühjahr 2010 schwelte in Klagenfurt ein Konflikt um den damals sportlich wie finanziell schwer angeschlagenen Fußballverein. Ein von der Stadt Klagenfurt gefordertes Darlehen in Höhe von 800.000 Euro wurde nicht bewilligt. Am 18. April erhielt der Sportstadtrat dann einen ersten Drohbrief, am 7. Mai flatterte ein weiteres Schreiben in Mertels Briefkasten.


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