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Mutmaßliche Bankräuberin vor Gericht: Widersprechende Gutachten 1

Linz (APA) - Im Landesgericht Linz ist am Donnerstag der im Jänner begonnene Prozess gegen eine 46-Jährige fortgesetzt worden, der zwei bewa...

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Linz (APA) - Im Landesgericht Linz ist am Donnerstag der im Jänner begonnene Prozess gegen eine 46-Jährige fortgesetzt worden, der zwei bewaffnete Banküberfälle zur Last gelegt werden. Die Angeklagte leugnet. Die Sachverständigen kamen bei der Auswertung der Überwachungsvideos zu unterschiedlichen Antworten auf die Frage, ob es sich bei der Beschuldigten um die Täterin handelt. Ein Urteil war daher fraglich.

Beim ersten Überfall am 26. August 2011 in der Linzer Daimlerstraße erbeutete eine Räuberin 39.000 Euro. Beim zweiten am 4. Juli 2014 in einer Bank in der Wiener Straße im Stadtteil Ebelsberg waren es 22.000. Beide Male war die Täterin auffällig maskiert - einmal trug sie ein türkisfarbenes Kopftuch, einmal eines mit Leoparden-Muster, dazu jeweils große Sonnenbrillen.

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Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung kam die Polizei auf die 46-Jährige als Verdächtige. Die Frau leugnet die Taten. Im Gerichtssaal wirkte sie ruhig, stellte sich - mit einer kleinen Bibel in der Hand - den Fotografen und verfolgte aufmerksam die Verhandlung.

Mehreren Sachverständigen wurden die Überwachungsvideos aus den Bankfilialen und Vergleichsmaterial von der Angeklagten vorgelegt, um zu klären, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt. Während der fotogrammetrische Gutachter „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ davon ausgeht, dass das so ist, kam der Anthropologe zu einem gänzlich anderen Ergebnis: Trotz der offensichtlichen Ähnlichkeit beider Frauen, könne man nicht mit der für das Strafrecht nötigen Sicherheit sagen, dass es sich bei der Angeklagten um die Täterin handle. Auf Nachfrage, sagte der Experte, er persönlich schließe es sogar aus. Er begründete das mit drei speziellen Merkmalen wie etwa der Kinnform.

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Ob das Gericht ein weiteres Gutachten in Auftrag geben wird, um die unterschiedlichen Expertisen unter einen Hut zu bringen, war am Vormittag noch unklar.


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