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Sonnenfinsternis - Deutsches Stromnetz durch Solarschwankung belastet

Berlin (APA/dpa/AFP) - Die Sonnenfinsternis wird die deutschen Stromnetze vor eine erhebliche Belastungsprobe stellen. „Es wird 22.000 Megaw...

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Berlin (APA/dpa/AFP) - Die Sonnenfinsternis wird die deutschen Stromnetze vor eine erhebliche Belastungsprobe stellen. „Es wird 22.000 Megawatt Leistung in der Spitze geben gegen 12.30 Uhr“, sagte der Leiter Systemführung beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Gunter Scheibner am Freitag in der Früh. Es gebe in vielen Regionen einen wolkenlosen Himmel mit entsprechend hoher Solareinspeisung.

Gegen 09.30 werde die Solarleistung in Deutschland zu Beginn der Finsternis von 16.000 Megawatt innerhalb von 75 Minuten heruntergehen auf 7.500 Megawatt. Nach Ende der Finsternis werde die Leistung dann ebenfalls in 75 Minuten von 7.500 auf 22.000 MW hochgehen, erläuterte Scheibner. Mittags wird wegen des höheren Sonnenstandes am meisten Solarstrom produziert.

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Scheibner betonte, die vier großen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland seien gut vorbereitet - sie können notfalls von Kraftwerken zusätzliche Regelenergie anfordern, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. 50Hertz steuert von Neuenhagen bei Berlin aus die Versorgung für 18 Millionen Haushalte im Norden und Osten.

„In dem Gebiet, wo die meisten Photovoltaik-Anlagen installiert sind, haben wir blauen Himmel“, betonte Scheibner mit Blick auf die Wetterlage in Deutschland während der Sonnenfinsternis („Sofi“).

Auch die deutsche Bundesnetzagentur sieht in der bevorstehenden partiellen Sonnenfinsternis keine Gefahr eines Blackouts des Stromnetzes. Dieses werde zwar „durch solch ein Ereignis erheblich unter Stress gesetzt“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Die Netzbetreiber seien aber gut darauf vorbereitet, dass während der Sonnenfinsternis die gesamte Photovoltaik-Leistung vorübergehend vom Netz gehe und kurz darauf wieder verfügbar sei. Einen Blackout halte er für ausgeschlossen.

„Wenn die Sonne sich verdunkelt, fällt plötzlich eine Leistung von zehn bis zwölf Gigawatt weg. Das entspricht bis zu zehn größeren Kraftwerken, die ersetzt werden müssen“, führte Homann aus. Daher hätten die Netzbetreiber sich im Vorfeld ausreichend konventionelle Reservekapazitäten gesichert, die flexibel zugeschaltet werden könnten. „Die Netzbetreiber hoffen jetzt auf ein Wetter, das ihnen die Arbeit ein Stück weit erleichtern könnte: Ein bisschen weniger Sonnenschein und etwas mehr Wolken als sonst“, sagte Homann.


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