Albaniens Premier wegen jüngster Aussage auch von Brüssel kritisiert

Belgrad/Brüssel (APA) - Eine jüngste Aussage des albanischen Premiers Edi Rama, die eigentlich eine Kritik an der Europäischen Union bezügli...

Belgrad/Brüssel (APA) - Eine jüngste Aussage des albanischen Premiers Edi Rama, die eigentlich eine Kritik an der Europäischen Union bezüglich ihrer Kosovo-Politik war, wurde in Brüssel als „unannehmbare Provokation“ bewertet. Ein jedes Westbalkanland komme nach eigenem Tempo im EU-Annäherungsprozess voran, wurde am Mittwoch eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini von der Presseagentur Beta zitiert.

Die EU-Integration würde auch regionale Zusammenarbeit, Versöhnung und gutnachbarliche Beziehungen einbeziehen, unterstrich Maja Kocijancic gegenüber der Belgrader Presseagentur.

Rama hatte am Dienstag für Aufregung in Serbien mit der Ankündigung gesorgt, dass Albanien und der Kosovo „gezwungen sein werden, sich auf klassische Weise“ zu vereinigen, sollte ihre Vereinigung im Rahmen der Europäischen Union auf sich warten lassen. Die Aussage war als Kritik der Kosovo-Politik Brüssels gedacht. Konkret bemängelte Rama die noch immer auf sich wartende Visa-Liberalisierung für den jüngsten Staat Europas.

„Alle Partner in der Region haben ihre EU-Ausrichtung und Entschlossenheit selbst bestätigt, die notwendigen Maßstäbe bei voller Achtung von EU-Prinzipien und Normen zu erfüllen“, hob die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten hervor.

Der Kosovo erwartet in diesem Sommer die Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit Brüssel. Wann genau es auch zur Visum-Liberalisierung kommen dürfte, ist noch unklar.


Kommentieren