Peter Horton: Vom Song Contest zum Songschreiber

Wien (APA) - Peter Horton begann seine musikalische Karriere auf die vielleicht österreichischste aller Arten: als Wiener Sängerknabe. Damit...

Wien (APA) - Peter Horton begann seine musikalische Karriere auf die vielleicht österreichischste aller Arten: als Wiener Sängerknabe. Damit hatte die alleinerziehende Mutter des am 19. September 1941 im mährischen Feldsberg geborenen Musikers einen Esser weniger am Tisch, und Junior konnte die Welt erkunden.

Dass er dann bereits mit 16 Jahren seine erste Jazzband gründete, war in der altehrwürdigen Knabeneinrichtung weniger gerne gesehen. Nach ersten Auftritten in Studentenclubs ging es jedoch bald in die Oberliga der Wiener Jazzszene der 1960er-Jahre. „Bei Gerhard Bronner und Fatty George hatte ich meine ersten eigenen Shows“, so Horton.

Trotzdem zog es den jungen Musiker, der sieben Instrumente beherrscht, zunächst zum klassischen Gesangsstudium nach Stuttgart - wo es ihn allerdings nicht lange hielt. „Ich wollte nicht die Schubladen der Väter aufmachen“, erinnert sich Horton: „Ich finde es nicht schlecht, dass junge Menschen heute Klassik studieren - es gibt aber auch andere Bereiche. Wir können nicht immer die Vergangenheit repetieren.“ So sang er selbst alsbald im Berliner Theater des Westens und tourte als Gitarrist und Unterhalter durch die USA, Japan oder Brasilien.

In diese Zeit fällt der für seine Karriere eigentlich untypische Antritt beim Eurovision Song Contest 1967, als er in der Hofburg mit „Warum es hunderttausend Sterne gibt“ allerdings nur zwei Punkte erhielt und damit ex aequo mit zwei weiteren Ländern auf den vorletzten Platz kam. Dies hielt den Musiker jedoch nicht davon ab, es 1972 und 1975 beim deutschen ESC-Vorentscheid abermals - erfolglos - zu versuchen.

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Seine Erfüllung fand Horton in anderen Konstellationen, so etwa im Gitarrenduo Guitarissimo mit Sigi Schwab, mit dem er ab 1978 und seit einigen Jahren erneut in der um zwei Kollegen erweiterten Besetzung als Guitarissimo XL auftritt. Mit der Pianistin und Sängerin Slava Kantcheff - seiner zeitweiligen Ehefrau - ist er im Duo Symphonic Fingers unterwegs. Und daneben finden sich auch Auftritte mit Größen wie Placido Domingo, Peter Schreier oder David Bowie in der Vita des Künstlers.

Dabei steht für den Musiker heute der janusköpfige Charakter von Unterhaltung im Zentrum: „Es gibt zwei Formen: Sammlung und Zerstreuung. Heute werden 98 Prozent Zerstreuung und zu 2 Prozent Sammlung geliefert. Dabei ist Sammlung das, was uns nach innen führt. Es gelingt mir bei meinen Konzerten, dass die Menschen schwebend hinausgehen.“

Die Musik alleine war Horton allerdings nie genug, weshalb er im deutschen Fernsehen mit Sendungen wie „Cafe in Takt“ (ARD) oder „Hortons Kleine Nachtmusik“ (ZDF) auch als Präsentator wirkte. Überdies gesellten sich zu den mittlerweile dutzenden Alben elf Bücher mit Texten und Gedichten hinzu. „Ich bin eigentlich kein Darsteller und Interpret - ich bin ich selbst geworden. Das hat viele Jahre gebraucht“, so Horton.

(S E R V I C E - www.peter-horton.de)

~ WEB http://orf.at ~ APA040 2015-05-04/08:11


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