Großer Aufholbedarf bei erneuerbarer Energie

Die Klima- und Energiemodellregion Pillerseetal-Leogang hat ehrgeizige Ziele. Bis 2020 soll der Wärmebedarf um zehn Prozent gesenkt werden.

© Klima- und Energiefonds/APA-Foto

Von Verena Hofer

Hochfilzen –Rund 500 Solaranlagen und 80 Photovoltaik­anlagen gibt es in der neuen Klima- und Energiemodellregion Pillerseetal-Leogang (KEM). Bei mehr als 4400 Gebäuden ist der Anteil gering. Großen Aufholbedarf gibt es jedoch nicht nur bei Hausbesitzern, sondern auch bei den Gemeinden. Rund 70 Prozent der öffentlichen Bauten werden mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas betrieben. Bis 2020 sollen zwanzig Prozent der Stromproduktion mit Hilfe von Kleinwasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen aus der Region kommen – derzeit liegt man bei zehn Prozent. „Im Vergleich zu anderen Regionen sind wir relativ weit hinten“, erklärt Stefan Niedermoser, Regiotech-Geschäftsführer, bei einem Pressegespräch mit Projektleiter Christian Astl und Regionalmanagement-Obmann Sebastian Eder.

Für die nächsten zwei Jahre stehen dafür 70.000 Euro zur Verfügung, weitere Förderungen gibt es für konkrete Projekte. „Wir starten auf einem niedrigen Level“, schildert Astl, der die beeindruckende Zahl des Energiebedarfs erhoben hat. Insgesamt macht dieser etwa 275,000.000 kWh pro Jahr aus. Zurzeit sind rund 35 Prozent erneuerbare Energien, bis 2020 will man einen Anstieg auf sechzig Prozent schaffen. Ebenso sollen Einspar- und Sanierungsmaßnahmen zu einer Reduktion des Wärmebedarfs führen. „Der Komfort soll nicht leiden“, erklärt Astl.

Konkret gibt es das Angebot eines Solaranlagenchecks, wo sich Eigentümer und die KEM die Kosten in der Höhe von 150 Euro teilen. Ausgeliehen kann ein Lampenkoffer mit allen gängigen LED-Lampen werden, damit man das Licht zu Hause testen kann. Energieberatungen werden seit 2013 in Kooperation mit Energie Tirol angeboten. Eine große Förderungsaktion gibt es für Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, auch private Interessierte können sich zusammenschließen. „Wir hoffen auf ein großes Bürgerbeteiligungsprojekt“, sagt Niedermoser. Außerdem liegt eine Informationsmappe für Häuslbauer in jedem Gemeindeamt auf. Eine weitere Idee ist ein Elektroauto für die Region, das bei Bedarf ausgeliehen werden kann.

Das Projekt wird über das Regio-Tech abgewickelt, Interessierte können sich dort melden. „Wir sind eine von sieben Regionen in Tirol“, schildert Obmann Eder und ergänzt, dass die KEM auch der neuen Leaderregion vorgestellt wird. Derzeit läuft eine weitere Bewerbungsfrist, wo Gemeinden Ansuchen um die Aufnahme stellen können.


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