Baur will Deutsch-Hürde für Zuwanderer senken

Baur plädiert für eine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes und einen leichteren Zugang für Menschen, die seit 15 Jahren legal in Österreich leben.

LR Christine Baur steht vor dem Abschied aus der Politik.
© Andreas Rottensteiner / TT

Innsbruck - Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) will die Sprachhürde für Zuwanderer senken. Denn das derzeit erforderliche Deutschniveau könne in manchen Fällen ein Integrationshindernis darstellen. Baur plädierte daher am Montag in einer Aussendung für eine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes und einen leichteren Zugang für Menschen, die seit 15 Jahren legal in Österreich leben.

Das Erlernen der deutschen Sprache sei zwar der Schlüssel für alle weiteren Integrationsschritte. Sie habe aber ein Problem damit, „wenn Menschen in ihren Integrationsbemühungen durch eine aussichtslos hohe Sprachhürde beeinträchtigt werden“, argumentierte Baur: „Ich habe keine Bedenken, jemandem die Staatsbürgerschaft zu verleihen, der vielleicht noch nicht perfekt Deutsch spricht“.

Grundlegende Deutsch-Kenntnisse reichen für Baur

Derzeit muss für die Verleihung der Staatsbürgerschaft das Niveau „B1“ (fortgeschrittene Sprachverwendung) des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ erfüllt sein, das dem Niveau nach vier Jahren Fremdsprachenunterricht in der Schule entspreche. „Dieses Niveau ist für einige Personen - insbesondere für solche mit niedrigerem Bildungsniveau - nur schwer zu schaffen“, meinte die Soziallandesrätin.

„Wer schon 15 Jahre rechtmäßig in Österreich lebt und Deutschkenntnisse auf dem Niveau „A2“ (grundlegende Kenntnisse, Anm.) nachweist, soll die Staatsbürgerschaft beantragen dürfen“, so Baur. Schließlich habe bis zum Jahr 2011 die Staatsbürgerschaft mit diesem Sprachniveau erreicht werden können. (APA)

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