Volksbefragung soll über den Forchet entscheiden

Die Gegner der möglichen Handl-Ansiedlung im Haiminger Teil des Forchets machen mobil und sammeln ab heute Unterschriften.

© Götsch

Von Alexander Paschinger

Haiming –Als es um die Verhinderung von Bauplätzen im Forchet ging, beäugten sich die Befürworter und Gegner noch skeptisch. Zu sehr standen das Bedürfnis an Wohnraum und die Erhaltung des urigen Talwaldes im Gegensatz zueinander. Eine mögliche Betriebsansiedelung der Oberländer Speckfirma Handl mit 300 Mitarbeitern auf rund 100.000 m² im Forchet scheint nun allerdings eine größere Gruppe zu einen. Sie wollen ab heute mit einer Unterschriftenaktion starten. Ansinnen ist, eine Volksbefragung in der Gemeinde zu erzwingen mit dem Ziel, „das Projekt Handl und andere Betriebe dieser Größenordnung im Forchet zu verhindern“, verkündet die Gruppe.

Dafür ist es notwendig, zumindest ein Sechstel der Haiminger Wahlberechtigten mit Unterschrift hinter sich zu bringen. „Das sind rund 630 Leute“, rechnet Marianne Götsch, Obfrau des Vereins „Schützt den Forchet“ vor. Und im Gegensatz zu ihrem ursprünglichen Vereinszweck, der Abwehr von Bauplätzen in einem anderen Teil des Forchets, ortet sie bei der geplanten Betriebsansiedelung breiteren Widerstand.

„Vergangene Woche haben sich gut 15 Leute vorab gefunden, die aktiv dabei sein wollen“, schildert etwa Alexandra Harrasser, die nichts mit dem Verein zu tun hatte. „Das ist jetzt eine ganz andere Liga. Ich finde es nicht gut, wenn ein Großbetrieb in den schönsten Wald hineingebaut wird.“ Wobei es hier nicht um die Ansiedlung von Handl oder eines anderen Betriebes an sich, „aber um den Standort an dieser Stelle“ geht. Außerdem müssten ein Bach und eine Straße verlegt werden. Südlich der Bundesstraße gebe es eine andere Möglichkeit.

Der Föhrenwald erfülle zudem „im Luftsanierungsgebiet eine wichtige Funktion als Filter“, ergänzt Götsch. Ein Hektar Wald reinige die Luft von 35 Tonnen Feinstaub in einem Jahr.

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Bürgermeister Josef Leitner betont, dass „wir mit Handl noch nicht handelseins sind“. Es herrsche „kein Zweifel, dass ein Betrieb mit mehr als 300 Arbeitsplätzen interessant ist – aber nur, wenn die Rahmenbedingungen passen“. Dazu gebe es erste Arbeiten an möglichen Maßnahmen wie etwa Waldverbesserungen – „aber Genaues gibt es dazu noch nicht“.

Ähnliches betont man in der Handl-Geschäftsleitung: Es sind „noch mehrere Standorte im Rennen“, einer davon sei Haiming. Egal wo, es gehe um ein ökologisch sinnvolles Projekt an einem sauberen und guten Standort. Vor Ende Juni werde man kein Projekt vorstellen können.


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