Heraus aus der Kuschelecke - Popsänger Enrique Iglesias wird 40

Madrid (APA/dpa) - Er ist gut aussehend und hat einen berühmten Vater. Enrique Iglesias wurde zu Beginn seiner Karriere in seiner spanischen...

Madrid (APA/dpa) - Er ist gut aussehend und hat einen berühmten Vater. Enrique Iglesias wurde zu Beginn seiner Karriere in seiner spanischen Heimat als ein „pijo“ (feiner Pinkel) abgetan. Aber dem Popsänger gelang ein fulminanter Aufstieg - auch ohne die Hilfe des Vaters. Am Freitag (8. Mai) wird der Künstler nun 40 Jahre alt.

Aus dem Schatten seines Vaters Julio ist er schon seit langem herausgetreten. Mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben gehört Enrique Iglesias zu den erfolgreichsten spanischen Musikstars. Der anfangs als Schnulzensänger belächelte Popmusiker und Frauenschwarm errang unzählige Auszeichnungen, darunter einen Grammy und zahlreiche Gold- und Platinpreise. Mit Erfolgstiteln wie „Hero“, „I Like It“ oder „Bailamos“ stürmte er an die Spitzenplätze die Charts.

Zwar kann er es mit den über 300 Millionen verkauften Alben seines Vaters nicht aufnehmen, aber seine vor gut 20 Jahren begonnene Karriere ist auch noch nicht einmal halb so lang wie die des 71-jährigen Seniors. Von Vergleichen will er am liebsten nichts wissen. „Mit meinem Vater habe ich nur den Nachnamen und die dünnen Beine gemeinsam“, sagt der Sohn.

Allerdings erinnerten die zumeist schnulzigen Stücke seiner ersten Alben tatsächlich noch ein wenig an den Softstil des Vaters. Die Leser der Madrider Zeitung „El Pais“ kürten die erste Aufnahme zum „schlechtesten Lied des Jahres“. Enrique Iglesias machte sich jedoch bald daran, die Kuschelecke zu verlassen. Er veröffentlichte Alben wie „Enrique“, „Escape“ oder „7“ auf Englisch und eroberte den Markt in den USA und Großbritannien.

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Zugleich wurde seine Musik vielfältiger, der Sänger und Komponist näherte sich der Rockmusik an und griff zu flotteren Rhythmen. Auf seinem jüngsten Album „Sex and Love“ ist Enrique Iglesias zusammen mit Stars wie Kylie Minogue, Jennifer Lopez oder dem Rapper Pitbull zu hören. Auch das Publikum änderte sich. „Es ist jetzt Generationen übergreifend“, konstatierte die Zeitung „La Vanguardia“. „Unter den Konzertbesuchern sind nun Mütter mit ihren Töchtern und zuweilen auch Großmütter.“

Auf seinen Musikvideos gibt sich der fast 1,90 Meter große Sänger mit dem Image eines Pin-up-Boys als cooler Draufgänger, privat ist er seit vielen Jahren mit der früheren Tennisspielerin Anna Kurnikowa liiert. Von einer Heirat will er aber nichts wissen. „Vielleicht kommt das daher, dass meine Eltern geschieden sind“, sagte er einmal dem US-Magazin „Parade“. Iglesias wurde in Madrid als jüngster Sohn seines Vaters aus dessen erster Ehe mit der philippinischen Diplomatentochter Isabel Preysler geboren. Die Eltern ließen sich wenig später scheiden.

Nachdem sein Großvater, ein renommierter Frauenarzt, von der baskischen Terror-Organisation ETA gekidnappt und später für ein hohes Lösegeld freigelassen worden war, zog er als Achtjähriger zu seinem Vater nach Miami in die USA. Er wuchs in Florida auf und lebt auch heute noch dort. Den Vater bekam er als Kind nur wenig zu sehen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gilt auch heute noch als eher distanziert. Auf die Frage, ob sein Vater ihn schon einmal live auf der Bühne erlebt habe, antwortete er einst: „Soweit ich weiß, noch nie.“


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