Irritierende Perspektiven und orange Himmel: „Schmalix“ im Kunstforum

Wien (APA) - Zunächst sind da die Farben: Mal grell und leuchtend, dann von einer tiefen Erdigkeit, ziehen sie die Blicke im Bank Austria Ku...

Wien (APA) - Zunächst sind da die Farben: Mal grell und leuchtend, dann von einer tiefen Erdigkeit, ziehen sie die Blicke im Bank Austria Kunstforum auf sich. Dabei wären die Arbeiten Hubert Schmalix‘ ohnedies nicht zu übersehen, breiten sie sich doch großformatig in den Räumen aus. Die „Schmalix“ betitelte Schau versammelt in erster Linie aktuelle, für das Kunstforum angefertigte Werke des gebürtigen Grazers.

Er spielt dabei gleich in zweierlei Hinsicht mit Erwartungshaltungen: So geht es bei den Teppichbildern, auf denen Muster und Farbe ineinandergreifen und die zentral gesetzten, zierlichen Frauenakte als Kontrast wirken, für den Künstler um „die Irritation von Größenverhältnissen und Perspektiven“, wie er im Gespräch mit der APA erläuterte. „Sie liegt auf etwas, doch der Teppich hängt“, verwies er etwa auf „Lazy Afternoon“. „Diese Irritation weckt die Beschauer auch auf.“

Auf der anderen Seite sind es geradezu idyllisch anmutende Landschaften, die Schmalix für die von Florian Steininger kuratierte Ausstellung, die Dienstagabend eröffnet wird, anfertigte. Gebirgsszenen, beschauliche Almhütten, Wälder und Wiesen sorgen dabei aber auch für eine gewisse Unruhe - hervorgerufen durch die eigenwillige Farbgebung. „In Verbindung mit der Realität wirkt diese umso künstlicher. Ein Himmel in orange ist bemerkenswerter als orange Flecken auf einem Teppich“, meinte der 62-Jährige.

Teils wandelt Schmalix hier am Rande zum Kitsch beziehungsweise fühlt man sich an japanische Holzschnitte erinnert, sind doch Flächen und Formen klar voneinander abgegrenzt. Das acht Meter breite „Just Remembering“, beinahe gänzlich von Rot- und Blautönen dominiert, kann dabei ebenso wie „After the Rain“ aufgrund der Darstellung des Wassers die starre Bildsprache brechen und bringt Dynamik ins Spiel. Von im Verhältnis geradezu auffühlendem Charakter ist der reißende Fluss auf „In Deep Trouble“.

Für Steininger stellt Schmalix „eine sehr untypische österreichische Position“ dar. Der ursprünglich als Vertreter der Neuen Wilden bekannt gewordene Maler habe „das Expressive mit seinen ersten Aktbildern beiseitegeschoben“. Heute sei er Teil einer etablierten Generation. Als „konzeptuell, konkret, unaufgeregt“ beschrieb der Kurator die ausgestellten Arbeiten. „Wie der Künstler selbst, der sehr relaxt ist.“

Dass nicht nur die Entspanntheit, sondern auch die Farben- und Formensprache aus einer gewissen Kontinuität herauskommen, zeigen einige ältere Bilder. So sind etwa drei Werke aus der Sammlung Essl „als Verbindung zu früher“ präsent, wie Schmalix erläuterte. Bei seinen Gouachen auf Karton - in der Ausstellung ist etwa die Serie „Casa Tesoro“ zu sehen - könne er wiederum „mit mehr Mut probieren, mit weniger Scheu machen“. Ein Herantasten an das, was sich bei ihm als „positive Routine“ im Schaffensprozess niederschlage. „Da muss man Dinge dann nicht mehr probieren, sondern man kann sie.“ Zu sehen ist die Ausstellung von 6. Mai bis 12. Juli.

(S E R V I C E - Ausstellung „Schmalix“ im Bank Austria Kunstforum Wien, Freyung 8, 1010 Wien. Eröffnung am 5. Mai um 18.30 Uhr, von 6. Mai bis 12. Juli, tägl. 10-19 Uhr, Freitag bis 21 Uhr; Katalog zur Ausstellung, hrsg. von Ingried Brugger und Florian Steininger, Kehrer Verlag, 160 S., 29 Euro; www.kunstforumwien.at)

(B I L D A V I S O - Pressebilder stehen unter http://presse.leisuregroup.at/kunstforum/schmalix/ zum Download bereit.)


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