Samsung Galaxy S6 Edge im Test: Ein technischer Rückschritt

Die abgerundeten Kanten des Galaxy S6 Edge entpuppen sich schnell als unnützes Design-Gimmick, das den Aufpreis in keinster Weise rechtfertigt.

Im Design hebt sich das Galaxy S6 Edge, genauso wie das Galaxy S6 selbst, deutlich von den Vorgängern ab.
© Samsung

Von Lukas Schwitzer

Innsbruck - Die Form eines Smartphones hat sich seit der Markteinführung des ersten iPhones eindeutig etabliert. Ein mehr oder weniger flaches Gerät mit rechteckiger Oberfläche und eckigen Kanten oder abgerundeter Rückseite. Der Grund ist klar: Die Form macht Sinn. Neue Designs müssen also etwas mitbringen, das die Benutzung eines Smartphones tatsächlich deutlich vereinfacht oder verbessert. Wie wir in Tests bereits berichtet haben, konnte etwa LG diesen Mehrwert mit seinen gebogenen G Flex-Modellen nicht liefern. Nach dem Galaxy Note Edge bringt nun Samsung sein zweites Gerät mit einem Display heraus, das über die seitlichen Kanten gebogen ist.

Wofür bezahlt man hier mehr?

War es beim Note Edge noch nur die rechte Seite des Displays, die gebogen war, sind es beim S6 Edge nun beide Seiten. Trotz doppelt so viel Biegung sind es aber weniger Funktionen, die das Design mit sich bringt. Am Note Edge konnten an der gebogenen Kante etwa wichtige Apps abgelegt werden, um schnell auf diese zugreifen zu können. Am S6 Edge bringt die Kante nur eine Auflistung von fünf „wichtigen“ Kontakten sowie die eine oder andere Benachrichtigung im Standby-Modus. Zudem kann nur eine der beiden Kanten ausgesucht werden, die überhaupt Funktionalität hat. Die andere wird vernachlässigt. Das Design wurde also seit dem letzten Modell nicht weiterentwickelt. Im Gegenteil, es handelt sich um einen deutlichen Schritt zurück. Bedenkt man, dass das S6 Edge noch dazu um einiges teurer als sein geradliniger Bruder S6 ist, drängt sich eine Frage auf: Wofür bezahlt man hier mehr?

Das Bild auf dem Display biegt sich wunderschön über die Kante, die aber leider so gut wie nichts bringt.
© Samsung

Zugegeben, das Galaxy S6 Edge ist ein Blickfang. Wer es sieht, möchte es einmal in der Hand halten und den großartigen, hochauflösenden Bildschirm betrachten. Das metallen-gläserne Gehäuse liegt gut in der Hand und fühlt sich stabil an. Doch unweigerlich kommt die Frage von den Freunden, was denn nun die abgerundeten Kanten bringen. Und die Antwort muss lauten: „Nicht viel. Eine macht gar nichts, die andere zeigt ein paar Kontakte und Benachrichtigungen an.“

Fazit

Das Galaxy S6 ist ein großartiges Smartphone, das mit seiner Leistung keinem derzeit erhältlichen Gerät nachsteht. Prozessorleistung, Speicher und Kameras sind im absoluten Top-Segment angesiedelt. Und genauso verhält es sich auch mit dem S6 Edge. Die verarbeitete Hardware ist bester Güte, die 2.600-mAh-Batterie hält leicht über einen Tag aktiver Nutzung. Der Aufpreis des Edge ist aber schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar. Design-Freaks, für die Geld kein Thema ist, werden bestimmt ihre Freude am S6 Edge haben. Andere Samsung-Fans sind mit dem regulären Galaxy S6 deutlich besser bedient.

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Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Samsung.


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