Fünfkampf der Sammler, Alarm um Ausreißer

Innsbruck, Wien – Ganze 22 Jahre (seit 1993, als die Verpackungsverordnung in Kraft getreten ist) war die als Non-Profit-Unternehmen geführt...

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, die ARA habe Wettbewerber am Zugang zur grundlegenden Infrastruktur und am Eintritt in den Abfallwirtschaftsmarkt gehindert.
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Innsbruck, Wien –Ganze 22 Jahre (seit 1993, als die Verpackungsverordnung in Kraft getreten ist) war die als Non-Profit-Unternehmen geführte Abfall Reycling Austria (ARA) allein für die österreichweite Sammlung der jährlich 850.000 Tonnen Haushaltsverpackungen zuständig. Seit 1. Jänner dieses Jahres wurde der Monopolmarkt auf EU-Druck geöffnet. Mit Interseroh, Reclay und Landbell traten drei deutsche Anbieter sowie mit der BONUS Holsystem für Verpackungen GmbH & Co. KG aus Kufstein ein Tiroler Herausforderer gegen die ARA an. Heuer wollen die Tiroler 5 % und mittelfristig 15 % Marktanteil erreichen.

Nach bisher gut vier Monaten Wettbewerb ist es laut ARA-Vorstand Werner Knausz noch zu früh für eine echte Zwischenbilanz. Die Sammlung funktioniere trotz mancher Bedenken bisher einwandfrei. Die neuen Anbieter hätten Marktanteile geholt, mit 82 % bei Kunststoffen, 90 % bei Metallen oder 99 % bei Papier (hier haben drei der vier Herausforderer erst mit 1. April Lizenzen bekommen) sei man aber weiterhin klare Nummer 1.

„Fix ist, dass es für alle, von den Gemeinden über die Firmen bis zu den Entsorgern, komplizierter wurde. Ob es auch besser wird, das wird sich zeigen“, sagt Knausz. Das hänge weniger mit den neuen Anbietern an sich, sondern mit der Gefahr zusammen, dass die Zahl der Trittbrettfahrer (die keine Lizenzgebühren zahlen) stark steigen könnte. In Österreich lag deren Anteil bisher unter 10 %, in Deutschland bei etwa 50 %. „Diejenigen, die dort noch zahlen, sind dann die Dummen, das kann es nicht sein.“ Deutschland habe um 50 % höhere Tarife.

Noch offen ist eine Abgeltungsverordnung für die Gemeinden, nachdem die Wettbewerbshüter eine Zahlung von 19 Mio. Euro als kartellrechtswidrig gekippt haben. Wie das gelöst werden soll, sei unklar, sagt Knausz. (va)

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