Prozess gegen zwei Wiener Jugendbanden eröffnet

Wien (APA) - Im Wiener Straflandesgericht ist am Montag der Prozess gegen zwei Wiener Jugendbanden eröffnet worden, die seit Dezember 2013 R...

Wien (APA) - Im Wiener Straflandesgericht ist am Montag der Prozess gegen zwei Wiener Jugendbanden eröffnet worden, die seit Dezember 2013 Raubüberfälle und Einbrüche begangen haben sollen. Zwölf Burschen im Alter von 16 bis 21 Jahren haben sich nun vor einem Schöffensenat zu verantworten. Sie bekannten sich großteils schuldig. Die Urteile sollen am kommenden Montag fallen.

Staatsanwalt Leopold Bien sprach in seinem Eingangsplädoyer von einem „ganz durchschnittlichen Verfahren gegen Jugendliche, wie es in diesem Haus leider öfters geführt wird“. Bei der einen Gruppierung handelt es sich um eine Bande mit türkischem Migrationshintergrund, die auf Einbrüche spezialisiert war. Einer der Burschen soll nicht weniger als 300 Autos aufgebrochen haben. Die Mitglieder der zweiten Gruppierung stammen ursprünglich aus Tschetschenien - sie sollen mehrere bewaffnete Überfälle verübt und der berüchtigten „Goldenberg“-Bande angehört haben.

Bei den Überfällen suchten sie sich laut Anklage oft wehrlose Opfer wie Kinder oder Betrunkene aus. Am 31. Oktober 2014 nahmen sie im Prater einem alkoholisierten, als Clown verkleideten Mann - es war Halloween - das Geld ab. Wenig später raubten sie an einer Bushaltestelle in Favoriten ein ebenfalls erheblich illuminiertes Pärchen aus. Besonders brutal wurde gegen einen Asiaten vorgegangen, der am 28. Oktober 2014 sein Mobiltelefon nicht hergeben wollte. Ihm schlugen die Täter einen Nothammer mehrfach auf den Kopf.

Zu den Opfern der Gewalttäter zählte auch die Einbrecher-Bande. Diese war in eine Wohnung eingedrungen, die im Revier der gebürtigen Tschetschenen lag. Weil die „Goldenberg“-Bande - sie war straff organisiert, ihr Anführer nannte sich nach dem Vorbild des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg „Max Goldenberg“ - das nicht tolerierte, mussten die Einbrecher einen Teil des erbeuteten Schmucks und Bargelds sowie einen Fahrzeugschlüssel abgeben. Den dazu gehörenden BMW fuhren die „Goldenbergs“ dann zu Schrott. „Jeder, der wollte, hat seine Fahrkünste ausprobiert. Das ist mal besser, mal schlechter gegangen“, berichtete der Staatsanwalt.


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