Einmal Sommer und zurück

Achterbahnwetter: erst Regen, heute Hitze, morgen wieder kühler. Das wirkt sich nicht nur auf die Stimmung aus. Mädchen haben bei der heutigen Matura schlechtere Karten.

Schon vor zwei Wochen sprangen die ersten Sonnenanbeter in den Baggersee. Bei bis zu 30 Grad werden heute viele Tiroler folgen.
© Thomas Böhm / TT

Von Marco Witting

Innsbruck –Sommer. Für einen Tag. 28 bis 30 Grad heiß soll es heute werden. Doch die Hitzwelle ebbt schnell wieder ab. Morgen. Dann wird es regnerisch und mindestens um 10 bis 12 Grad kühler. Eine „spezielle“ Konstellation wie auch Meteorologe Clemens Teutsch-Zumtobel findet. Das Wetter fährt Achterbahn. Und das kriegen zahlreiche Menschen körperlich zu spüren.

Wobei: die Wirkung von wechselhaftem Wetter ist durchaus umstritten. An der Innsbrucker Klinik registriert man keinerlei Zunahme von Patienten an derartigen Tagen. Was auch mit der generell sehr hohen Zahl an Patienten zu tun haben könnte. Das Biowetter der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) weist für heute durch die plötzliche Hitze vermehrt Wetterreize aus. Sprich: Müdigkeit, Kopfschmerzen kommen häufiger vor. Und den Föhn werden die Wetterfühligen in Tirol ebenfalls deutlich spüren. „Prinzipiell treten Kreislaufbeschwerden häufiger auf“, sagt auch Clemens Teutsch-Zumtobel von Ubimet.

Holger Westermann widmet sich auf seiner Homepage Menschenswetter www.menschenswetter.at der Wetterempfindlichkeit. Vor allem für Menschen mit chronischen Erkrankungen wirkt sich diese aus, wie der Biowetter-Experte sagt. Wer etwa eine chronische Entzündung im Körper hat, reagiere auf Wärme oder Kälte schlicht und einfach anders. „Von der Selbsteinschätzung her, sehen sich 50 Prozent der Erwachsenen als wetterfühlig an. Bei der Wetterempfindlichkeit ist die Zahl der chronisch Erkrankten höher.“ Auch hier wurden nur Selbsteinschätzungen herangezogen. Richtig messbar sind diese Zahlen naturgemäß nur schwer.

Doch wie wirkt sich das Achterbahnwetter in Tirol heute aus? Westermann hat diesbezüglich schlechte Nachrichten – für alle Mädchen, die heute zur Zentralmatura antreten: „Junge Damen haben eher einen zu niedrigen Blutdruck. Die Warmluft mit so viel Luftdruck beeinflusst damit den Kreislauf.“ Das wirke sich bei den Schülerinnen eher aus als bei Burschen, sagt Westermann. Es könne also sein, so glaubt der Biologe, dass Schülerinnen heute vielleicht weniger leistungsfähig sind als an anderen Tagen. Wetter und Gesundheit könne man eben nicht ändern, aber man könne sich durchaus darauf einstellen. Schlechter, wenig erholsamer Schlaf kann sich auch auf die Konzentrationsfähigkeit am folgenden Tag auswirken. Und mit dieser sinkt auch die allgemeine psychische Belastbarkeit, erklärt der Diplom-Biologe für die heutige Wetterlage in Tirol. Auf seiner Homepage erkennt Westermann, dass bei veränderlichem Wetter mehr Menschen auf die Informationen zugreifen.

Doch wer auf wechselhaftes Wetter empfindlich reagiert, der hat in den kommenden Tagen ohnehin schlechte Karten. Denn es bleibt so. „Richtig wechselhaft eben“, sagt Meteorologe Teutsch-Zumtobel.

Am Donnerstag werden sich Regen und Sonnenschein abwechseln. Dazu wird es relativ mild mit bis zu 23 Grad. Am Freitag gibt es dann erst Sonne und knapp 25 Grad, anschließend schlägt das Wetter wieder um und es regnet. Auch das Wochenende bleibt – nach derzeitigem Stand – verregnet. Die Hitze war eben nur auf Kurzbesuch.


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