Zehn Jahre Strache: Feinde, Fehler und Regierungsposten

Heinz-Christian Strache feierte zehn Jahre als FPÖ-Parteiobmann. Sein Ziel: in Ländern und Bund mitregieren.

Heinz-Christian Strache will nun mit der FPÖ Geschichte schreiben.
© APA/Georg Hochmuth

Von Cornelia Ritzer

Wien – Politische Ausgrenzung ist ein Lieblingsthema von Heinz-Christian Strache. Das Gefühl beschlich den FPÖ-Obmann auch bei der Feier anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums an der Parteispitze. Politische Ausgrenzung werde gelebt, kritisierte er, denn nur die Klubobleute von Team Stronach und NEOS waren gekommen – obwohl sich mehr angemeldet hatten. Der frühere Parteichef und Vizekanzler Norbert Steger, Abgeordnete und Landesparteichefs sowie Straches Mutter Marion hörten dann die Bilanz des 45-Jährigen: Von der Übernahme des „sehr schwierigen Erbes“ 2005, als sich das BZÖ abgespaltet und 5,5 Millionen Euro Schulden hinterlassen hatte. Über die Rückkehr „zu unseren Werten“ und den von einer niedrigen Ausgangsposition aus errungenen Erfolgen bei Landtags- und Nationalratswahlen. Bis zum nächsten Ziel, das sich Strache setzt: nämlich so stark zu werden, „dass man an uns nicht mehr vorbeikann“.

Die letzten zehn Jahre waren aber nicht nur Vergnügen, gestand der Wiener Parteichef ein. Manche hätten ihm „ein Messer in den Rücken“ rammen wollen, sprach er innerparteiliche Kritiker an, und es seien Fehler passiert. Auch ihm persönlich, gestand er ein. Ohne aber Details zu nennen – wie die so genannten Wehrsportfotos, seine Kontakte zur neonazistischen Wiking-Jugend sowie ein Foto, das ihn als jungen Mann beim von Neonazis verwendeten Kühnengruß zeigen soll.

Zumindest indirekt sprach er jenes Bild, das ihn mit drei gestreckten Fingern zeigt, an. Am Abend, als er seinen nunmehrigen engen Vertrauten und Generalsekretär Herbert Kickl kennen gelernt habe, seien mehr als drei Bier bestellt worden, meinte Strache. Mit der Bestellung von „drei Krügerln Bier“ erklärte er einst die Geste. Fehler der Vergangenheit dürfe man nicht wiederholen, gab er sich dann selbstkritisch. Kritik gab’s aber auch für seinen Vorgänger Jörg Haider. Dieser war eine „großartige Persönlichkeit“ – die Abspaltung des BZÖ aber „sein größter Fehler“. „Ich trage ihm aber nichts mehr nach“, meinte Strache schließlich. Mit der Bundeshymne endete die FPÖ-Feier. Ohne die „großen Töchter“ – wie erwartet.


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