Stichwort: Der russische Motorradklub „Nachtwölfe“

Moskau (APA/dpa) - Ein zähnefletschender Wolfskopf mit Feuerschweif: Ihren Namen tragen die Rocker vom russischen Motorradklub „Nachtwölfe“ ...

Moskau (APA/dpa) - Ein zähnefletschender Wolfskopf mit Feuerschweif: Ihren Namen tragen die Rocker vom russischen Motorradklub „Nachtwölfe“ als bunten Aufnäher auf den schwarzen Ledermonturen. Rund 5.000 Mitglieder haben die „Notschnyje Wolki“ nach eigenen Angaben in Russland.

Der bekannteste Biker ist wohl der Vorsitzende Alexander Saldostanow. Medizinischen Kenntnissen verdankt er seinen Spitznamen „Chirurg“. In den 1980er Jahren arbeitete der heute 52-Jährige als Türsteher eines Westberliner Klubs.

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigte sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Saldostanow. Ins grelle politische Rampenlicht rückten die „Nachtwölfe“ aber erst mit der Krise in der Ostukraine. Führende Mitglieder unterstützen die dortigen Separatisten im Kampf gegen die prowestliche Regierung in Kiew und auch die russische Annexion der Halbinsel Krim von der Ukraine. Viele der Rocker tragen Abzeichen der Aufständischen bei sich. Saldostanow steht mittlerweile auf der US-Sanktionsliste.

Kritiker werfen den „Nachtwölfen“ vor, „nationalistisch und homophob“ zu sein. Die Gruppe selbst betont, die „traditionellen Werte der russisch-orthodoxen Zivilisation“ zu verteidigen. Bei ihren Motorrädern verlassen sich viele allerdings auf westliche Fabrikate.

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Ein Teil der Rocker gilt als eher unpolitisch. Saldostanow weist auch daher Vorwürfe zurück, die Biker wollten mit ihrer derzeitigen „Siegesfahrt“ von Moskau nach Berlin in Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren provozieren. „Eine Provokation ist es, uns das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg zu verwehren“, sagte er.


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