Charlotte Elizabeth Diana: Briten jubeln, Buchmacher jammern

Dem Stammbaum verpflichtet: William und Kate wählten mit Charlotte einen Vornamen für ihre Tochter, der bei Hofe Tradition hat. Und sie vergaßen auch einen Tribut an die „Prinzessin der Herzen“ nicht.

Die neugeborene britische Prinzessin heißt Charlotte Elizabeth Diana.
© EPA FILES

Von Michael Donhauser

London – Es war ungefähr Tea Time, als am Montag in den Firmenzentralen der großen britischen Wettbüros die eine oder andere Kinnlade gesunken sein dürfte. Prinz William und seine Frau Kate haben ihrem neugeborenen Töchterchen den Namen Charlotte gegeben. Der Name ist seit Wochen einer der großen Favoriten bei den wettverrückten Briten. Für die Buchmacher bedeutet das: Zahltag. „Wir mögen vielleicht ein Vermögen verloren haben, aber wir zahlen mit einem Lächeln“, sagte Jessica Bridge, Sprecherin eines der größten britischen Wettanbieters, Ladbrokes.

„Nachdem die Wetter schon das Geschlecht richtig getippt hatten, hatten wir gebetet, dass William und Kate sich für alles entscheiden, nur nicht für Charlotte, Alice oder Olivia», sagte Nicola McGeady vom Buchmacher Coral. Ladbrokes glaubt, dass die Branche insgesamt eine Million Pfund auszahlen muss. Allein bei William Hill waren es am Montag 100.000.

Charlotte hat Tradition

Mit Charlotte wählte das königliche Paar einen Namen, der am Hof Tradition hat. Die Ehefrau von König George III. hieß so. Sie gründete die berühmte Gartenanlage Kew Gardens in London. Auch Georges Tochter trug diesen Namen - sie heiratete später einen Württemberger Erbprinzen und wurde Königin von Württemberg. Auch George IV. nannte sein einziges Kind Charlotte. Sie starb jedoch unter großer Trauer des Volkes bei der Geburt ihres Kindes. Der Bruder der verstorbenen Prinzessin Diana, Earl Spencer, hatte sein 2012 geborenes Mädchen Charlotte Diana getauft. „Perfekte Namenswahl“, twitterte er am Montag.

Die Namensgebung der Nummer vier in der britischen Thronfolger steckt voller Bedeutung. Britische Royalisten vermuten, dass die weibliche Form von Charles ein Tribut an den Vater Williams, Thronfolger Prinz Charles (66) ist. Der mittlere Name Elizabeth erinnert an die Uroma des Kindes. Queen Elizabeth II. ist mit ihren 89 Jahren die älteste Monarchin weltweit und wird im September einen neuen Rekord aufstellen: Dann wird sie mit 63 Jahren und 216 Tagen auf dem Thron Königin Victoria als dienstälteste britische Königin überholen.

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Prinz William und seine Frau Kate kurz nach der Geburt von Charlotte vor dem Krankenhaus.
© imago

Erinnerung an Diana

Wie von vielen Royals-Fans in Großbritannien erhofft, enthält der Name der Prinzessin auch eine Erinnerung an die „Prinzessin der Herzen“, Williams Mutter Diana. Die 1997 bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben gekommene Ex-Frau von Charles wird in Großbritannien noch immer verehrt. Charlotte steht in Großbritannien auf Platz 17 der Liste der populärsten Mädchen-Vornamen im Jahr 2014 und hatte gegenüber dem Vorjahr sieben Plätze gut gemacht.

Mit der Bekanntgabe ihres Namens geht auch die Beteiligung der Öffentlichkeit am jungen Leben der Prinzessin von Cambridge zu Ende. Die Familie zieht sich auf den Landsitz Amner Hall in die Grafschaft Norfolk zurück und wird dort ein vergleichsweise zurückgezogenes Leben führen. „Prinz William und seine Frau werden die Prinzessin genauso abschirmen, wie sie es mit Prinz George getan haben“, sagte der Königshaus-Experte der BBC, Peter Hunt.

Die nächsten Bilder dürften erst auftauchen, wenn Charlotte in einigen Monaten getauft wird. Die Buchmacher können sich in der Zwischenzeit von ihrer Pleite erholen.


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