Jemen - Saudi-Arabien erwägt Einrichtung von Sicherheitszonen

Riad (APA/AFP) - Saudi-Arabien erwägt die Einrichtung sogenannter Sicherheitszonen im Jemen zur Versorgung der Einwohner mit Hilfslieferunge...

Riad (APA/AFP) - Saudi-Arabien erwägt die Einrichtung sogenannter Sicherheitszonen im Jemen zur Versorgung der Einwohner mit Hilfslieferungen. Riads neuer Außenminister, Adel al-Jubeir, teilte am Montag mit, sein Land werde den an der Militärintervention beteiligten Partnerländern vorschlagen, „die Luftangriffe in bestimmten Zonen zeitweise einzustellen, um so die Versorgung mit Hilfsmitteln zu ermöglichen“.

Einzelheiten zum Beginn oder zu den Modalitäten der Sicherheitszonen nannte er nicht. Die schiitischen Houthi-Rebellen warnte al-Jubeir davor, die Angriffspausen zur Behinderung der Hilfslieferungen „auszunutzen“. Saudi-Arabien werde „auf alle verdächtigen Bewegungen zur Beeinträchtigung der Hilfe“ mit Bombardements reagieren, bekräftigte der Außenminister. Zudem plane das Königreich, im eigenen Land ein Einsatzzentrum zur Koordinierung der Hilfsleistungen für den Jemen einzurichten. Dies schließe neben etwaiger Leistungen von Hilfsorganisationen und Drittstaaten auch jene der Vereinten Nationen (UNO) ein, die ihrerseits jüngst vor einer „humanitären Katastrophe“ im Jemen gewarnt hatten.

Riad kündigte überdies an, illegalen Jemeniten in Saudi-Arabien einen Aufschub zu gewähren. Wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA am Montag unter Berufung auf das Innen- und das Arbeitsministerium mitteilte, können Jemeniten, die sich bereits vor dem 9. April illegal in Saudi-Arabien aufhielten, eine Verlängerung ihrer Visa beantragen. Diese seien dann zunächst für sechs Monate gültig.

Im Jemen liefern sich Houthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armee-Einheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien steht an der Spitze einer von den USA unterstützten arabischen Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Houthis fliegt. Seit dem Beginn der Kämpfe Mitte März wurden mindestens 1.200 Menschen getötet und tausende weitere verletzt. Die UNO geht davon aus, dass mindestens 300.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen sind.

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