Vernichtung syrischer Giftgas-Reststoffe in Deutschland beendet

Berlin/Den Haag (APA/AFP) - Die Vernichtung von rund 370 Tonnen Chemiewaffen-Reststoffen aus Syrien in Deutschland ist abgeschlossen. Das Ma...

Berlin/Den Haag (APA/AFP) - Die Vernichtung von rund 370 Tonnen Chemiewaffen-Reststoffen aus Syrien in Deutschland ist abgeschlossen. Das Material aus syrischen Senfgasbeständen sei in einer Spezialanlage im niedersächsischen Munster „professionell und umweltgerecht“ entsorgt worden, teilten das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium am Montagabend in Berlin mit.

Rund fünf Monate dauerte die Entsorgung, die von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht wurde. Im vergangenen Jahr waren chemischen Kampfstoffe aus Syrien auf dem eigens umgebauten US-Schiff „Cape Ray“ auf hoher See im Mittelmeer im sogenannten Hydrolyseverfahren mithilfe heißen Wassers und verschiedener Zusatzstoffe unschädlich gemacht worden. Die zurückgebliebenen Reststoffe wurden dann unter anderem bei der Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten in Munster abschließend entsorgt. Dazu hatte sich die deutsche Regierung auf Anfrage der OPCW bereit erklärt.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier wertete die Entsorgung nun als Erfolg. „Wir können auch politisch schwierige Probleme lösen, wenn die internationale Gemeinschaft wirklich an einem Strang zieht“, erklärte er. „Es war richtig, dass Deutschland dabei Verantwortung übernommen und seine Fähigkeiten eingebracht hat.“ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lobte die Bundeswehr, die bei der Aktion „ihre großen Fähigkeiten und Erfahrung in der Kampfmittelbeseitigung unter Beweis gestellt“ habe.

Der syrische Präsident Bashar al-Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs im syrischen Bürgerkrieg mit bis zu 1.400 Toten nahe der Hauptstadt Damaskus mit einer Militärintervention gedroht hatten.

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