Munich-Re-Chef liest Österreich die Leviten

Es drohe eine „Erosion der öffentlichen Schuldenmoral“, sagte Nikolaus von Bomhard, Chef der Munich Re.

Im Jahr 2009 wurde die Hypo Alpe Adria verstaatlicht.
© EXPA/ JFK

Wien/Klagenfurt - Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard hat im Streit zwischen Bayern und Österreich über die Hypo-Abwicklungsbank Heta klare Worte gefunden. Es drohe eine „Erosion der öffentlichen Schuldenmoral“, schreibt der Dax-Manager in einem Brief an seine Aktionäre, der dem deutschen Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegt.

Gläubiger sollten die Folgen etwaiger Fehlinvestitionen grundsätzlich selbst tragen, weshalb es prinzipiell auch keine Staatsgarantien für den Bankensektor geben sollte. „Etwas ganz anderes ist es, für ausgereichte Garantien nachträglich nicht einstehen zu wollen.“

Von Bomhard warnt vor Folgen für die geplanten Infrastruktur-Investitionen privater Anleger: „Die großen Erwartungen, die mit den angekündigten privaten Investitionen in öffentliche Infrastruktur verbunden werden, dürften enttäuscht werden, wenn das Vertrauen in die Verlässlichkeit staatlichen Handelns beschädigt wird“. (APA)

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