Irgendwann werden die Kleinen groß

Hyundai will mit dem neuen i20 das Kleinwagensegment aufmischen. Neben einem frischen Look hat er allerhand Technik im Gepäck.

Die Design-Entscheidungen verleihen dem Kleinen einen äußerst gefälligen Auftritt.
© Letzner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Hyundai hat sich in den letzen Jahren richtig gemausert und das lang behaftete Billig-Image abgelegt. Inzwischen kann man ohne Zweifel behaupten, dass nicht nur die Optik, sondern auch die Verarbeitungsqualität auf europäischem Niveau liegt. Klar, dass da der noch taufrische Hyundai i20 keine Ausnahme darstellt.

Der Neue wurde zudem grundlegend verändert und die Front hat man an Hyundais Design-Linie „Fluidic Sculpture“ angeglichen. Eine kantigere Linienführung und ein neuer Kühlergrill verleihen dem i20 seine dynamische Note. Der waagrechte Lufteinlass verbindet die beiden neu gezeichneten Scheinwerfer und sorgt sicher für extra Pepp in den Rückspiegeln der Konkurrenten.

Veloster und i40 soeben überarbeitet

In diesem Monat gelangen die ersten überarbeiteten Modelle des i40 (Limousine und Kombi) in den Handel. Die Koreaner geben an, dass sie von dem Mittelklassemodell in den vergangenen vier Jahren in Europa fast 100.000 Exemplare verkauft haben.

Die Modellpflege umfasst einen veränderten, hexagonal gestalteten Kühlergrill, ein neues Scheinwerfer-Layout und einen aufgewerteten Innenraum.

Mit dem Facelift einher geht die Optimierung der Motoren, die nun der Abgasnorm Euro 6 entsprechen. Ebenfalls neu ist ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Mit verbesserten Motoren geht außerdem das leicht überarbeitete Coupé Veloster an den Start.

Was uns noch auffällt: Der Neue scheint richtig groß geworden zu sein. Und dieser Eindruck täuscht uns auch nicht. Mit einer Länge von gut vier Metern und 173 Zentimetern Breite überflügelt er sogar die deutsche Konkurrenz. Das merkt man auch im Innenraum. Im Gegensatz zu vielen anderen Kleinwagen ist der Hyundai i20 ein echter Fünfsitzer. Großgewachsene Passagiere fühlen sich hinten fast genau so wohl wie vorne und das Kofferraumvolumen von 326 Litern (bei umgelegter Rückbank werden daraus 1042 Liter) erhöht die Flexibilität des Innenraums weiter.

Die Gestaltung der Armaturen finden wir ebenso gelungen. Diese sind schlicht und übersichtlich gezeichnet und die Qualität der Verarbeitung ist top. Man findet sich äußerst schnell zurecht und fühlt sich auf Anhieb wohl. Zudem darf man sich in der von uns getesteten Premium-Ausstattung über Details wie die in den Rückspiegel eingearbeitete Rückfahr-Kamera freuen.

Man suchte in der Liste der Extras bisher vergeblich nach einem Navigationssystem, doch diesen Missstand hat Hyundai dank attraktiver Ausstattungserweiterungen mittlerweile behoben. In puncto Ausstattung haben die Koreaner ohnehin einiges zu bieten: Neben den erwähnten Highlights finden sich Punkte wie Lederausstattung, Smartphone-Halterung, Spurhalteassistent und Kurvenlicht auf der Liste der aufpreispflichtigen Extras.

Gespannt erwecken wir den 1,1-Liter-Diesel zum Leben. Der kleine Selbstzünder presst aus seinen drei Brennkammern 75 PS und stemmt ordentliche 180 Nm auf die Kurbelwelle. Zwar lassen diese Werte keine Spitzenleistung erwarten, das Aggregat geht aber munter ans Werk und lässt den i20 äußerst flink um die Ecke biegen. Dabei arbeitet die Lenkung angenehm direkt und das gut abgestimmte Fahrwerk hält auch die Stöße von tiefen Querrillen von seinen Insassen fern. Diese Kombination macht den i20 zum echten City-Flitzer.

Verlässt man das Stadtgebiet, dann hat es der Dreizylinder allerdings nicht immer leicht. Wer das Gaspedal ordentlich in das Bodenblech einmassiert, durchbricht nach ungefähr 16 Sekunden die Tempo-100-Marke. Das Ganze wird vom kernigen Klang des Selbstzünders begleitet und 60 km/h später endet der Vorwärtsdrang dann auch schon wieder. Bedenkt man hingegen den ständigen Luft-Hunderter, dann relativiert sich das Ganze recht schnell. Vor allem wenn man den Verbrauch von 4,6 Litern berücksichtigt, den uns der Bordcomputer bescheinigte.

Zu haben ist die Basis des Hyundai i20 schon ab 11.990 Euro. Wer die entsprechenden Zusatzkreuzchen setzt, kratzt allerdings bald an der 20.000-Euro-Marke.


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