Wiener Erfindung: Fäkalkeim-Detektor schafft Analyse in 15 Minuten

Wien (APA) - Mit einer Erfindung des Wiener Start-up-Unternehmens „Vienna Water Monitoring GmbH“ lässt sich die Konzentration von Escherichi...

Wien (APA) - Mit einer Erfindung des Wiener Start-up-Unternehmens „Vienna Water Monitoring GmbH“ lässt sich die Konzentration von Escherichia coli-Bakterien im Wasser in 15 Minuten analysieren. Bisherige Labortest lieferten erst nach bis zu 48 Stunden Ergebnisse. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Technischen Universität (TU) Wien werden nun zwei „ColiMinder“-Geräte in der Wiener Hauptkläranlage getestet.

Escherichia coli (E. coli) ist ein Darmbakterium, das Krankheiten hervorrufen kann. Daher muss darauf geachtet werden, dass kein damit verschmutztes Wasser in Umlauf gerät. Überprüft wurde der Grad der Verunreinigung bisher mit Methoden, bei denen die Bakterien im Labor zuerst gezüchtet werden müssen. Das kann zwischen 24 und 48 Stunden dauern, heißt es heute, Dienstag in einer gemeinsamen Aussendung des Unternehmens und der universitären Gründerservice GmbH „INiTS“, die die Entwicklung unterstützt hat.

Das momentan neun Mitarbeiter umfassende Wiener Technologie-Start-up setzt bei der neuen Analysemethode auf die Messung des Bakterien-Stoffwechsels, also der spezifischen Enzymaktivität von E. coli-Bakterien. Dafür wird eine Wasserprobe mit Substanzen vermischt, die nur von Enzymen von E. coli verarbeitet werden können. So kann die Aktivität der Enzyme analysiert und folglich die Anzahl der im Wasser vorhandenen Bakterien ermittelt werden. Da die Enzymaktivität wissenschaftlich gut untersucht ist, können die Systeme entsprechend geeicht werden, was wiederum exakte Ergebnisse ermögliche.

Auf Basis dieses Prinzips entwickelte die Firma kompakte Messgeräte, die lediglich 33 Zentimeter Seitenlänge und ein Gewicht von 14 Kilogramm haben. Die Messung erfolgt automatisch und kann online gesteuert und verfolgt werden. So könne rasch auf Veränderungen des Bakteriengehalts reagiert werden, was die Sicherheit erhöhe und Ressourcen spare, heißt es.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Wassergüte, Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement der TU sind seit kurzem zwei Geräte in einer Versuchsanlage der Wiener Hauptkläranlage im Einsatz. Dort werden neue Methoden der Reinigung und Desinfektion der Abwässer, die in die Donau geleitet werden, erforscht.

Die Einsatzmöglichkeiten des „ColiMinder“ sind nach Angaben der Firma vielfältig. Die schnell und vor Ort verfügbaren Messwerte der mikrobiologischen Wasserqualität können für Monitoring- und Frühwarnsysteme oder zur Steuerung von Prozessen verwendet werden. So könnten die Geräte etwa bei der Auswahl von Wasserquellen zur Trinkwasseraufbereitung, der Bestimmung der Dosierung von Desinfektionsmitteln oder der Überwachung von Badewasser und der Bewässerung in der Lebensmittelindustrie helfen.

(S E R V I C E - Internet: http://www.vienna-water-monitoring.com)


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