Sölden sitzt auf einer drei Millionen dicken Rücklage

Trotz geänderter Maßnahmen hielt die Gemeinde ihr Budget ein. Piccardsaal, Kraftwerk und Umfahrung harren ihrer Umsetzung.

Sölden.
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Von Thomas Ploder

Sölden –Die Jahresrechnung 2014 bildete einen Schwerpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Sölden. Dank der Überschüsse aus 2013 verfügt die Gemeinde per 31. Dezember 2014 über Rücklagen von 2,9 Millionen Euro. 2014 trug dazu allerdings nur 118.000 Euro bei. GV Andreas Gstrein als Obmann des Überprüfungsausschusses attestierte der Finanzverwaltung eine vorbildliche Abwicklung des 21-Millionen-Euro-Budgets. Keine leichte Aufgabe, wie die lange Liste der Über- und Unterschreitungen belegt. „Es ist nicht alles so gekommen, wie wir es uns bei der Budgeterstellung im November 2013 für das Jahr 2014 vorgestellt haben“, resümierte BM Ernst Schöpf, „allerdings wurde bei jeder nicht geplanten Ausgabe zuvor geprüft, aus welchem Budgetposten die erforderlichen Mittel umgeschichtet werden können“.

Beispielsweise liegt der Umbau des Piccardsaals weiter auf Eis, in Bezug auf den Kraftwerksbau, die Umfahrung oder die Ortskerngestaltung traten weitere Verzögerungen auf. Nachdem die UVP für das Kraftwerk Kaunertal eingestellt wurde, hofft man zumindest beim eigenen Kraftwerksprojekt auf eine kurzfristige positive Entscheidung des Landes.

Mit Geld alleine kann Sölden seine bestehenden Aufgaben und zukünftigen Herausforderungen allerdings nicht lösen. So treten im Bereich der Raumordnung und Flächenwidmung ebenso immer wieder schwer lösbare Einzelfälle auf, wie in der Entscheidungsfindung zu Bauanträgen. Zuletzt erwies sich die Vertragsraumordnung einmal mehr als Diskussionspunkt.

Konkret handelt es sich aktuell um Aus- und Umbaumaßnahmen großer Hotels, bei denen zum Teil auch Räumlichkeiten für den Verkauf an Investoren entstehen sollen. Dabei stellt sich die Frage, ab welchem Fremdanteil die Vertragsraumordnung angewendet werden solle. In diesem Punkt kritisiert die Opposition die Gefahr einer potenziellen Ungleichbehandlung zugunsten einiger Großhoteliers und ein Aufweichen bestehender Regelungen durch das Schaffen von „Schlupflöchern“. BM Schöpf betonte, dass dies nicht passieren dürfe und nannte einen Termin für eine Besprechung, in der der Gemeinderat mit dem Rechtsvertreter der Gemeinde eine auf Dauer sichere Lösung erarbeiten solle. Entsprechende Bauanträge seien bereits zurückgestellt worden.


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