Starkenberger erstehen aus „Blutballaden“

Der spannende Roman des jungen Tarrenzers Tobias Pamer führt in die Geschichte des einst mächtigen, aber fast vergessenen Rittergeschlechtes ein.

© Paschinger

Tarrenz –Die Geschichte wird meist vom Sieger geschrieben. Diese Binsenweisheit wird am Schicksal der Herren von Starkenberg besonders deutlich. Denn nach der Fehde mit Landesfürst Friedl mit der leeren Tasche starb das einst mächtigste Rittergeschlecht Tirols (neben den Rottenburgern) 1452 in männlicher Linie aus. Dass sie zuvor mehr als 30 Burgen ihr Eigen nannten und über rund 9000 Höfe zwischen Reutte und Meran im Oberland, Außerfern und Vinschgau geboten, verschwand aus dem Gedächtnis. Der Habsburger Friedl hatte gewonnen, die Starkenberger alles verloren. „Übrig sind nur das Starkenberger Bier und der Ruf der Starkenberger als Raubritter geblieben“, bedauert der erst 19-jährige Tobias Pamer aus Tarrenz.

Und deshalb forschte der Junghistoriker und angehende Germanist in alten Schriften. Aus seiner Matura­arbeit erwuchs enormes Fachwissen. „Aber ein Fachbuch kaufen nur die wenigsten – deshalb habe ich mich entschlossen, die Geschichte der Starkenberger in einem Roman zu verarbeiten“, so Pamer. Und den ersten Teil der geplanten Trilogie hält er seit vergangener Woche in den Händen: „Blutballaden – Tirols vergessene Epoche“ heißt das Erstlingswerk. Im Mittelpunkt steht Konrad von Gebratstein – eine fiktive Person: „Ihn kann ich immer an die entscheidenden Orte setzen, ohne dass ich historische Persönlichkeiten an den falschen Platz setze.“ Dieser erste Teil spielt in der Zeit von 1385 bis 1407 und beleuchtet auch den Aufstieg des Rittergeschlechtes, das erstmals 1080 auftaucht.

Erschienen ist „Blutballaden – Tirols vergessene Epoche“ im Novum Verlag und kostet 16,90 Euro. (pascal)

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