Österreichischer DJ Rokko Ramirez in China gefeiert

Peking/Wien (APA) - DJ Rokko Ramirez alias Gerold Haubner ist erschöpft, aber glücklich, als er am Flughafen von Peking auf seinen Heimflug ...

Peking/Wien (APA) - DJ Rokko Ramirez alias Gerold Haubner ist erschöpft, aber glücklich, als er am Flughafen von Peking auf seinen Heimflug wartet. Soeben hat „Österreichs härtester DJ der Welt“ seine China-Tour 2015 beendet, die ihn über die Hauptstadt nach Suzhou und Shanghai in Ostchina führte.

Zwei Club-Gigs und zwei Festival-Auftritte standen auf dem Programm, spektakulär vor allem das Konzert im Rahmen des MIDI-Festivals. Das MIDI ist Chinas bekannteste Musikveranstaltung für Rock- und Populärkultur, in diesem Jahr zog das dreitägige Event am Taihu See von Suzhou in der Provinz Jiangsu 40.000 Besucher an. Neben bekannten chinesischen Acts wie Tang Dynasty und Escape Plan traten dabei auch internationale Bands wie die Schweizer Dreamshade oder die US-Amerikaner Killswitch Engage auf.

Und eben Rokko Ramirez, der erste Österreicher, der es auf das prestigeträchtige Billing geschafft hat. Für ihn war es bereits der zweite Besuch in China: „Über das Jahr verteilt gibt es verschiedene Ausgaben des MIDI-Festivals, und 2013 habe ich bereits zu Silvester im südchinesischen Shenzhen aufgelegt. Die Reaktionen damals waren dermaßen beeindruckend, dass ich unbedingt wiederkommen wollte, damit es nicht nur bei einem Zufallserfolg bleibt.“ Da der Zuspruch bei den aktuellen Auftritten noch positiver ausfiel, kann der Wiener offensichtlich bereits auf eine kleine Basis an Fans im 1,3-Milliarden-Reich zurückgreifen.

Und noch etwas beeindruckte das österreichische Szene-Urgestein: „Bei meinem ersten Besuch bin ich ins kalte Wasser geworfen worden, es gab kaum eine Künstlerbetreuung, ich konnte mich nicht verständigen und wusste nicht einmal, wo ich etwas zu essen bekommen kann. Diesmal war die Organisation top, von der Abholung über das Rahmenprogramm bis zu den Hotels hat alles wie am Schnürchen geklappt.“

Angesichts der Umstände im Vorfeld war dies nicht unbedingt zu erwarten. Denn zwei Wochen vor dem Startschuss stand nicht fest, ob das für die Maifeiertage geplante Festival überhaupt stattfinden könnte. Bis zuletzt fehlten den Veranstaltern der „Beijing Midi School of Music“ sowohl die Genehmigungen als auch ein entsprechender Standort. Das ist in der Geschichte des MIDI nichts Neues: Das 1997 in Peking gestartete Projekt wurde von den Behörden schon bisher wie eine heiße Kartoffel umhergeschoben und musste jedes Jahr weiter von der Hauptstadt wegziehen. Die herrschende Kommunistische Partei schätzt allgemein keine größeren Ansammlungen an Menschen im Stadtgebiet. Doch nach der Massenpanik zum Jahreswechsel 2015 in Schanghai mit 36 Toten und der geplanten Militärparade Anfang September über den Tiananmen sind Genehmigungen in diesem Jahr besonders schwer zu bekommen. Als Konsequenz wurde das MIDI Festival Peking in letzter Minute ins 1.000 Kilometer entfernte Suzhou verlegt.

Dem Erfolg von DJ Rokko Ramirez hat dies dennoch nicht geschadet: „Das Fundament ist gelegt, jetzt heißt es, darauf aufzubauen. Ich plane daher eine Rückkehr für Oktober 2016, diesmal eine zweiwöchige Tour, optimalerweise durch ganz Asien.“


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