EU-Frühjahrsprognose: Rückenwind für wirtschaftliche Erholung

Brüssel (APA) - Als „Rückenwind für die wirtschaftliche Erholung“ sieht die EU-Kommission die am Dienstag präsentierten Daten der Frühjahrsp...

Brüssel (APA) - Als „Rückenwind für die wirtschaftliche Erholung“ sieht die EU-Kommission die am Dienstag präsentierten Daten der Frühjahrsprognose. Demnach wird die Wirtschaft 2015 um 1,8 Prozent in der EU wachsen. Dies ist etwas mehr als die im Februar prognostizierten 1,7 Prozent. Die Eurozone kann mit einem Plus von 1,5 Prozent anstatt 1,3 Prozent rechnen. Österreich bleibt mit plus 0,8 Prozent unverändert.

Für Österreich ist dies der sechstschlechteste Platz in der EU und nur Rang 23 hinter Griechenland, Finnland, Kroatien, Italien und Zypern. Im Gegensatz zur Winterprognose, wo noch für alle 28 EU-Staaten ein Wachstum prognostiziert wurde, muss nun Zypern sogar mit einem Rückgang seines BIP von 0,5 Prozent rechnen.

Für 2016 bleiben die Zahlen unverändert. Demnach kann die EU mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und die Eurozone von 1,9 Prozent rechnen. Auch für Österreich bleibt das Wachstum von 1,5 Prozent stabil gegenüber der Wintervorausschau.

Der Vizepräsident für den Euro, Valdis Dombrovskis, erklärte, die Erholung der europäischen Volkswirtschaften sei „deutlich robuster“ geworden. Dies sei „ermutigend, doch müssen wir sicherstellen, dass das Wirtschaftswachstum dauerhaft und nachhaltig ist“. EU-Wirtschafts- und Steuerkommissar Pierre Moscovici zeigte sich noch euphorischer und meinte, die „europäische Wirtschaft erlebt das erfolgreiche Frühjahr seit mehreren Jahren“. Der Aufschwung werde sowohl durch externe Faktoren als auch durch politische Maßnahmen gestützt. Notwendig sei aber die Umsetzung der Investitions- und Reformvorhaben sowie die Weiterverfolgung einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik.

Das höchste Wirtschaftswachstum wird 2015 für Irland und Malta mit je 3,6 Prozent erwartet, gefolgt von Luxemburg (3,4 Prozent), Polen (3,3 Prozent), Slowakei (3,0 Prozent), Spanien, Ungarn, Litauen und Rumänien (je 2,8 Prozent), Großbritannien (2,6 Prozent), Schweden und Tschechien (je 2,5 Prozent), Slowenien, Estland und Lettland (je 2,3 Prozent), Deutschland (1,9 Prozent), Dänemark (1,8 Prozent), Niederlande und Portugal (je 1,6 Prozent), Frankreich und Belgien (je 1,1 Prozent), Bulgarien (1,0 Prozent), ÖSTERREICH (0,8 Prozent), Italien (0,6 Prozent), Griechenland (0,5 Prozent), Kroatien und Finnland (je 0,3 Prozent) sowie Zypern, das mit minus 0,5 Prozent einen BIP-Rückgang verzeichnen dürfte.

Bei der Arbeitslosenrate wird Österreich laut der Prognose 2015 mit 5,8 Prozent von seiner Spitzenposition deutlich Abstand nehmen müssen und dürfte nur mehr Platz fünf in der EU einnehmen. Die niedrigste Rate wird weiterhin für Deutschland mit 4,6 Prozent ausgewiesen, vor Großbritannien (5,4 Prozent), Tschechien (5,6 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent). Die höchsten Quoten werden weiterhin für Griechenland (25,6 Prozent) und Spanien (22,4 Prozent vorausgesagt).


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