EU-Vergleich: Österreich fällt bei Arbeitslosigkeit deutlich zurück

Österreich kann seine Spitzenposition in der EU mit der zweitniedrigsten Arbeitslosenrate 2015 laut EU-Frühjahrsprognose nicht halten. Laut den Zahlen fällt Österreich auf Rang fünf zurück.

(Symbolfoto)
© Keystone

Wien/Brüssel - Die österreichische Wirtschaft wird 2015 um 0,8 Prozent wachsen. Diese Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist damit unverändert gegenüber der EU-Winterprognose vom Februar des Jahres. Auch bei den Erwartungen für 2016 gibt es in der am Mittwoch in Brüssel vorgestellten EU-Frühjahrsprognose mit einem Plus von 1,5 Prozent keine Veränderung.

Dagegen wurde für 2014 das Wirtschaftswachstum mit 0,3 Prozent angegeben. In der Winterprognose waren es nur 0,2 Prozent gewesen. Der Schuldenstand der Alpenrepublik soll 2015 auf 87,0 Prozent des BIP steigen, 2016 auf 85,8 Prozent sinken. Die Inflationserwartung lautet auf 0,8 Prozent für das laufende Jahr und auf 1,3 Prozent für 2016. Bei der Arbeitslosigkeit wird Österreich im EU-Vergleich deutlich zurückfallen. Für 2015 lautet die Prognose 5,8 Prozent - das ist nur mehr Rang fünf hinter Deutschland (4,6 Prozent), Großbritannien (5,4 Prozent), Tschechien (5,6 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent).

Unsicherheit verhindert stärkere Erholung

In der Winterprognose war noch von 5,2 Prozent für Österreich ausgegangen worden. Dies hätte weiterhin Rang zwei hinter Deutschland bedeutet. Dabei hat Österreich seine absolute Spitzenposition als Nummer eins erst vor einigen Monaten an Deutschland abgeben müssen. Mehrere Jahre war die Alpenrepublik mit der niedrigsten Arbeitslosenquote aller 28 EU-Staaten gesegnet.

In der am Dienstag von der EU-Kommission veröffentlichten neuesten Vorausschau heißt es zu Österreich, dass die „anhaltende Unsicherheit eine stärkere Erholung verhindert“. Die „Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Belegung scheint schwach zu sein, da das Wachstum 2014 in Österreich gering blieb und das Konsumentenvertrauen sowie auch der Geschäftsklimaindex abrutschten“. Außerdem seien die niedrigen Investitionen ein Handicap für die Bereitschaft der Wirtschaft, Nutzen aus der Erholung des internationalen Handels zu ziehen. Schließlich werden die Kosten für die Bankenrestrukturierung und die Reformpläne der Einkommenssteuer als „Schaffung von Unsicherheiten über den fiskalen Ausblick“ von der EU-Kommission gewertet.

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BIP in Eurozone heuer bei 1,5 Prozent

Die Wirtschaftsleistung in der EU wird sich nach Frühjahrsprognose weiter leicht verbessern. Das BIP-Wachstum wird für 2015 für die EU mit 1,8 Prozent vorausgesagt, die Winterprognose vom Februar hatte nur 1,7 Prozent erwartet. Für die Eurozone werden heuer 1,5 Prozent ausgewiesen, auch das ist besser als die zuletzt prognostizierten 1,3 Prozent.

Österreichs Wirtschaftswachstum bleibt mit 0,8 Prozent gegenüber der Winterprognose unverändert. Das ist nur Rang 23 unter den 28 EU-Staaten. Nur vier Länder (Griechenland, Finnland, Kroatien, Italien) haben ein noch schwächeres Wirtschaftswachstum, Zypern sogar einen Rückgang von 0,5 Prozent.

Unverändert ist die Frühjahrsprognose der EU für 2016 mit einem BIP-Plus von 2,1 Prozent und für die Eurozone von plus 1,9 Prozent. Auch Österreich bleibt mit einem erwarteten Plus von 1,5 Prozent auf dem Wert der Winterprognose. (APA)


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