Die Alte Dame bittet das Weiße Ballett zum heißen Halbfinal-Tanz

Die Leichtigkeit des Seins ist heute im ersten Champions-League-Halbfinale (20.45 Uhr) auf der Seite von Juventus Turin. Der italienische Meister baut im Duell mit Real nicht zuletzt auf die eigenen Defensivkünste.

Am Wochenende fixierten die Juve-Kicker die Meisterschaft in Italien, heute wollen sie auch international jubeln.
© ANSA

Innsbruck – Den vierten Meistertitel in Serie, den insgesamt 31. „Scudetto“, macht­e Juventus Turin am Samstag mit dem 1:0-Sieg bei Samp­doria Genua fünf Runden vor Schluss so früh klar wie noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Im italienischen Cup-Finale wird es noch gegen Lazio gehen.

Heute will Juventus, vielfach „la vecchia signora – die „Alte Dame“ – gerufen, aber wieder auf dem internationalen Parkett gegen das weiße Ballet von Real Madrid glänzen. Die Abwehrreihe liest sich vor Tormann Gianluigi Buffon mit den italienischen Teamspielern Leonardo Bonucc­i, An­drea Barzagli, Giorgi­o Chiellin­i wie das „Who is who“ der hohen Defensivkunst, wird an den Flanken durch Patrice Evra (FRA) und Stephan Lichtsteiner (SUI) bereichert. Sechsmal stand in dieser Saison in der Königsklasse schon die Null, in 34 Meisterschaftsspielen hat Juv­e nur 19 Treffer kassiert. Diese Zahlen lügen nicht.

Vorne wird der gewiefte Coach Massimiliano Allegri wieder auf die Finesse und Urgewalt von Carlos Tévez vertrauen. Im Wissen, dass seine routinierte Truppe (weiters Pirlo, Marchisio, Vidal ...) in kniffligen Szenen das Plus an Erfahrung genießt. Und all jene Lügen straft, die lehren, dass sich die Fußballwelt nur noch mit Hochgeschwindigkeit erobern ließe. „Wir wollen weiterträumen, damit diese Saison unvergesslich wird“, hatte Bonucci schon mit dem Meistersekt in der Hand verkündet.

Erwartet, so Allegri, werde ohnehin von allen, dass Real Madrid seinen Vorjahrestitel am 6. Juni in Berlin verteidigen kann. Ein Ansatz, der auf die Rechnung von Cristiano Ronaldo geht. Die fleischgewordene Tormaschine hat in 32 Ligapartien sagenhafte 42 Tore erzielt, zuletzt wieder deren drei gegen den FC Sevilla. Da scheint es aufgrund der Verletzung von Karim Benzema eher unerheblich, ob Gareth Bale oder der mexikanische Viertelfinal-Held Javier Hernández neben „CR7“ stürmt. Real steht für Tore.

Ein ehemaliger Welttorhüter steht übrigens da wie dort: Gianluigi Buffon darf viermal (’03, ’04, ’06, ’07) auf diese Auszeichnung verweisen, sein zuletzt auch gescholtenes Gegenüber Iker Casillas heimste diese Trophäe als Erster der Geschichte gleich fünfmal in Serie (2008–12) ein.

Juve gegen Real garantiert Spektakel. Vielleicht muss man auf dem Rasen mehr auf die Arbeit in den Zonen als in den Strafräumen blicken. (lex)


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