„Spange Ost“: Posch will heute Fakten schaffen

Der Grundsatzbeschluss zum großen Verkehrsprojekt soll heute im Haller Gemeinderat fallen. Die Grünen fordern eine Volksbefragung wie in Mils.

© Thomas Boehm / TT

Hall –Hitzige Wortgefechte sind heute Abend im Haller Gemeinderat fix: Schließlich soll da schon der Grundsatzbeschluss zum „Mobilitätskonzept Hall-Mils“ und somit auch zur umstrittenen „Spange Hall-Ost“ fallen. Bereits vor der Sitzung bittet die Bürgerplattform „Bewegungsimpulse für Hall, Mils und Umgebung“ zu einer Kundgebung beim Rathaus, um gegen das gewaltige Bauvorhaben mit zwei neuen Straßen und einer neuen Brücke zu protestieren.

Die Opposition aus SPÖ, „Für Hall“, Grünen und FPÖ will heute geschlossen gegen das Projekt stimmen. Grün-GR Barbara Schramm-Skoficz wird überdies – nach Milser Vorbild – einen Antrag auf Abhaltung einer Volksbefragung zur „Spange“ einbringen. „Bei so einem umstrittenen Millionenprojekt ist es das Mindeste, die Bürger zu befragen“, meint Schramm-Skoficz. Zudem sei die Befragung eine Möglichkeit, „Zeit zu gewinnen“ und „endlich alle Fakten auf den Tisch“ zu bringen. „Das aktuelle Projekt strotzt vor fragwürdigen Annahmen und Ungereimtheiten.“

„Für Hall“ dürfte diesen Antrag unterstützen, wie Stadrätin Christina Haslwanter erklärt. Eine Verkehrsentlastung für den Unteren Stadtplatz in Hall sei „unumgänglich“, die „Spange“ jedoch „der völlig falsche Weg“. Was „Für Hall“ – neben naturschutzrechtlichen und geologischen Bedenken – besonders stört: Das „restliche Stadtgebiet“, etwa die Nord-Süd-Achse, werde durch das auf 40 Mio. Euro geschätzte Großprojekt „nur geringfügig bzw. gar nicht entlastet“. Auch für die SPÖ kommt der Grundsatzbeschluss zur Spange „zu früh“, viele Fragen seien noch offen, betont Vize-BM Gerhard Mimm. So müsse etwa der „gesamte Ablauf“ des öffentlichen Nahverkehrs in Hall und Umgebung „neu gestaltet werden“.

BM Eva Maria Posch (VP) sieht im Mobilitätskonzept samt Öffi-Ausbau und neuen Radwegen hingegen eine „Riesenchance“: „Wenn wir jetzt nicht handeln, können wir die Verkehrssituation und damit die Lebensqualität in Hall für viele Jahre nicht mehr verbessern.“ Die „komplexe Materie“ solle „im Gemeinderat entschieden werden“, meint Posch, sie sei von Experten „seit Jahren vorbereitet und in den Gremien intensiv diskutiert worden“. (md)


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