Volksbank Osttirol sucht Hypo-Nähe

Die Volksbank Osttirol-Westkärnten und die Hypo Tirol sprechen über Kooperationen.

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© APA/HANS KLAUS TECHT

Innsbruck – Die Fusions-Rebellen der Volksbank Osttirol-Westkärnten, die einen Zusammenschluss mit Kärntner Volksbanken verweigern, sprechen mit der Tiroler Hypo-Landesbank über mögliche Kooperationen. Das hat gestern Volksbank-Osttirol-Chef Hansjörg Mattersberger bestätigt: „Wir sind auf der Suche nach einem Kooperationspartner für Interbanken-Dienstleistungen. Der Partner kann Hypo Tirol heißen, muss aber nicht. Wir reden mit der Hypo Tirol, es gibt aber auch andere Gespräche“, sagt Mattersberger. Hintergrund der möglichen Kooperation ist das Bestreben der Osttiroler, entgegen den Fusionsplänen des Volksbanken-Sektors künftig als eigenständige Privatbank weiterzumachen.

Man sei seitens der Volksbank Osttirol gefragt worden, ob die Hypo Tirol in einzelnen Bereichen Kooperationspartner sein könne, bestätigt auch Hypo-Vorstand Johann Kollreider. Dabei gehe es um Zusammenarbeit beim Wertpapierservice und dem Zahlungsverkehr. „Wir können uns eine Kooperation vorstellen und evaluieren, wie eine solche aussehen könnte“, sagt Kollreider. Dabei geht es etwa darum, dass die Volksbank Osttirol nach einer Abspaltung vom Volksbanken-Sektor keinen Zugang mehr zur Oesterreichischen Nationalbank hätte. Dies könne dann über die Hypo laufen, wird erklärt. Eine Beteiligung der Hypo an der Volksbank Osttirol schlossen aber sowohl Mattersberger als auch Hypo-Vorstand Hans-Peter Hörtnagl aus.

Voraussetzung für eine Kooperation ist die Abkehr der Osttiroler vom Volksbanken-Sektor. Dagegen sträubt sich die Finanzmarktaufsicht (FMA) und sie drohte den Osttirolern mit dem Verlust der Konzession. „Diese Drohung geht ins Leere“, sagt Mattersberger. Das dahinter stehende Thema der Einlagensicherung habe man nach rechtlicher Prüfung in der Wirtschaftskammer, die die Zuordnung der Einlagensicherung durchführt, gelöst. Demnach könne man auch bei einer Eigenständigkeit in der gesetzlichen Sicherungseinrichtung der Volksbanken, der Volksbank Haftungsgenossenschaft, bleiben. „Die FMA hat nicht die Möglichkeit, die Konzession zu entziehen“, meint Mattersberger. Denn es sei auch nicht die FMA zuständig, sondern die Europäische Zentralbank (EZB) – zumal die Volksbanken unter direkter EZB-Aufsicht stehen. Beim Thema Eigenständigkeit werde es laut Mattersberger letztlich „bis 30 Juni endgültig Klarheit geben“. (mas)


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