Den Augenblick festhalten oder küssend deformieren

Innsbruck – Auch in der aktuellen Ausstellung teilen sich zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen die Galerie Nothburga. Die, in der Art zu...

© galerie nothburga

Innsbruck –Auch in der aktuellen Ausstellung teilen sich zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen die Galerie Nothburga. Die, in der Art zu malen, die Hoke-Schülerin nicht verleugnen könnende Reni Donkova und die sich in den unterschiedlichsten künstlerischen Medien versuchende Maria Bichler. Die in der Schau etwa ihre in weiße Schokolade gegossene Porträtbüste zeigt, die sie auf einem daneben laufenden Video wegküsst, um ihr Ich auf diese liebevolle Weise vieldeutig subversiv zu deformieren. Von der 26-Jährigen wesentlich radikaler vorgeführt auch durch eine von der Decke hängende Glühbirne, die während der Vernissage einen darunterliegenden Butterblock weggeschmolzen hat. Um das Sichtbarmachen des Flüchtigen geht es aber auch in Bichlers Fotoserien, die Strukturen zeigen, die sich bereits im Moment ihrer Fixierung wieder verwandeln.

Donkova ist dagegen eine klassische Malerin und Grafikerin. Kindheitserinnerungen oder Landschaften sind ihr Thema, stilisiert zu plakativ in der Fläche zelebrierten Zeichen oder poetischen Farbflecken. Mit dem Zweck, „die Wahrheit des Augenblicks festzuhalten“, wie die Künstlerin sagt. Die auch eine exzellente Zeichnerin ist, wie ihre Serie rasch auf kleine Papiere während eines Konzerts hingeschriebener Skizzen zeigt, die den Rhythmus der gehörten Musik regelrecht körperlich spüren lassen. (schlo)

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