Eine der wichtigsten Kliniken in Aleppo muss wegen Kämpfen schließen

Beirut (APA/AFP) - Nach Angriffen mit Raketen und Fassbomben hat eines der wichtigsten Krankenhäuser in der nordsyrischen Stadt Aleppo den B...

Beirut (APA/AFP) - Nach Angriffen mit Raketen und Fassbomben hat eines der wichtigsten Krankenhäuser in der nordsyrischen Stadt Aleppo den Betrieb einstellen müssen. Die private Klinik Al-Sachur im Osten der Stadt sei geschlossen worden, nachdem sie in der vergangenen Woche zwei Mal bombardiert worden sei, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres/MSF) am Dienstag mit.

Angesichts schwerer Schäden sei unklar, ob oder wann das Krankenhaus wieder geöffnet werden könne. Als eines der wenigen Krankenhäuser im Osten Aleppos war die Al-Sachur-Klinik für etwa 400.000 Menschen zuständig.

Bei den Krankenhausmitarbeitern handle es sich um Einheimische, MSF habe aber alle drei Monate medizinisches Material geliefert, sagte ein Sprecher der Organisation der Nachrichtenagentur AFP. Die nächste Lieferung war für Juni geplant, es sei aber unklar, ob diese wie geplant stattfinden könne. MSF bezeichnete die Angriffe auf medizinische Einrichtungen als „inakzeptabel“. Die Konfliktparteien müssten Zivilisten, Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal respektieren.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte schlugen am 28. und 30. April Fassbomben in der Nähe der Klinik ein - mit Metallstücken, Benzin und Sprengstoff gefüllte Bomben. Laut MSF schloss Mitte April bereits ein anderes medizinisches Zentrum in Aleppo nach wiederholten Angriffen. Bei einem Luftangriff auf einen Krankenwagen seien im April überdies drei Mediziner, der Fahrer und ein Zivilist getötet worden. Auch die Al-Sachur-Klinik hatte demnach bereits im vergangenen Sommer nach Luftangriffen über Wochen schließen müssen. In Aleppo liefern sich Regierungstruppen und Rebellen regelmäßig schwere Gefechte.


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