Schlachthof: Tauschwillige nehmen zu

Der Innsbrucker Bauausschuss hat heute die Zukunft des Schlachthofblocks in der Hand: Neubau oder Sanierung? Vize-BM Kaufmann drängt auf Abbruch.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Zuerst die Besichtigung, dann der Beschluss. Der Innsbrucker Bauausschuss dürfte heute eine Grundsatzentscheidung in Sachen Schlachthofblock in Dreiheiligen treffen. Wie berichtet, will die IIG die Gebäude (über 200 Wohnungen) schleifen und für 30 bis 35 Mio. € mit mehr Wohnungen als bisher neu errichten. Der Innsbrucker Gestaltungsbeirat rät aus bauhistorischer Sicht davon ab, die Politik zeigt sich im Vorfeld gespalten.

Die FI-Liste hat sich bereits für einen Abbruch ausgesprochen. Dieser gehört auch Vize-BM Christoph Kaufmann an. Kaufmann ist für die Wohnungsvergabe in der Stadt zuständig. Und diese, so Kaufmann, sei beim Schlachthofblock derzeit mehr als nur ein kleines Problem.

„Wir haben wahnsinnig viele Ansuchen aus dem Schlachthof um einen Wohnungstausch“, sagt Kaufmann. Der Anstieg dieser Ansuchen sei in unmittelbarem Zusammenhang mit der Fertigstellung des benachbarten „Sillblocks“ zu sehen. Dort wurde ebenso ein ganzer Block abgetragen und neu gebaut. Das wecke bei den Bewohnern des Schlachthofes Begehrlichkeiten, sagt Kaufmann. Weil eben die Wohnverhältnisse in diesem gründerzeitlichen Bau nicht mehr den heutigen Standards entsprechen würden.

Keine Lifte, ungünstige Wohnungsgrundrisse, kein­e Barrierefreiheit und auch in vielen Wohnungen akuter Schimmelbefall. Letzterer sei mitunter durch den nachträglichen Einbau von Bädern teils in den Balkoneinheiten entstanden, heißt es von Seiten des Amtes. Aber auch eine bisweilen zu Problemen führende soziale Struktur würd­e den Wunsch nach Tausch stets nähren, heißt es.

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