Explosion verursacht - Österreicher stellte sich Schweizer Behörden

Muttenz (APA/sda) - Ein gebürtiger Österreicher, der in der vergangenen Woche in der Schweiz nicht vor dem Strafgericht Baselland zu einem G...

Muttenz (APA/sda) - Ein gebürtiger Österreicher, der in der vergangenen Woche in der Schweiz nicht vor dem Strafgericht Baselland zu einem Gerichtstermin wegen einer Explosion im einem Wohnhaus erscheinen war, hat sich inzwischen den Behörden gestellt. Der Prozess zu dem Vorfall aus dem Jahr 2012 soll im August wieder aufgenommen werden, teilte das Strafgericht am Dienstag mit.

Der Mann habe sich am 30. April in Begleitung eines Anwalts den Strafbehörden gestellt, hieß es in der Mitteilung. Zuvor habe er sich offenbar mehrere Tage lang in einem Wald versteckt gehalten. Am 2. Mai wurde auf Antrag des Strafgerichts Sicherheitshaft angeordnet.

Der Strafprozess gegen den 55-Jährigen in Muttenz hätte am 27. April beginnen sollen. Der Beschuldigte erschien jedoch nicht, und auch eine polizeiliche Suche blieb erfolglos. Das Strafgericht eröffnete darauf zwar den Prozess, als der Mann jedoch auch am 28. April fernblieb, brach es das Verfahren vorläufig ab.

Die zweite Hauptverhandlung soll nun am 10. und 11. August stattfinden. Das Urteil ist für den 18. August vorgesehen. Die Sicherheitshaft soll laut der Mitteilung sicherstellen, dass der Mann dann anwesend ist und vom Gericht nochmals detailliert zu den Anklagevorwürfen befragt werden kann, zumal die Staatsanwaltschaft mehrere Sachverhaltsvarianten vorgelegt habe.

Die Anklage wirft dem gebürtigen Österreicher vor, im Zusammenhang mit einem Suizidversuch am 14. April 2012 vorsätzlich oder fahrlässig die Explosion in der Gemeinde Pratteln verursacht zu haben. Diese brachte zwei Stockwerke am Ende des Wohnblocks zum Einsturz.

Drei Bewohner des Hauses wurden verschüttet und erst nach Stunden geborgen. Insgesamt acht Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Im Prozess wird eine Schadenssumme von fast 3,4 Millionen Franken (3,26 Millionen Euro) geltend gemacht. 49 Privatkläger meldeten Forderungen an.


Kommentieren