Tschechien gedachte 70. Jahrestag des Prager Aufstandes

Prag (APA) - Mit einer Gedenkfeier und Kranzniederlegungen hat Tschechien am Dienstag des Prager Aufstandes vor 70 Jahren gedacht. Staatsprä...

Prag (APA) - Mit einer Gedenkfeier und Kranzniederlegungen hat Tschechien am Dienstag des Prager Aufstandes vor 70 Jahren gedacht. Staatspräsident Milos Zeman und Premier Bohuslav Sobotka hoben in ihren Festreden den Mut hervor, mit dem die Bürger Prags gegen die deutsche Besatzungsmacht aufgestanden seien, obwohl die Rote Armee sowie die US-Truppen schon nahe waren.

Das Ende des Krieges sei bereits in Sicht gewesen, trotzdem seien viele Bürger kämpfen gegangen und hätten so Mut bewiesen, betonte Zeman auf einer Feier auf der Prager Burg. Gleichzeitig würdigte Zeman die Verdienste der Veteranen, die sowohl an der östlichen als auch der westlichen Front gegen Hitler-Deutschland gekämpft hätten. Dabei mache er keine Unterschiede zwischen den Kämpfern an der Ost- und Westfront. „Heldentum gibt es nur eines“, betonte der Staatschef, der diese Woche zunächst in Polen, dann in Russland an den Feierlichkeiten des 70. Jahrestages des Kriegsendes teilnehmen wird.

Sobotka bezeichnete den Prager Aufstand bei einer Veranstaltung als „symbolischen Bruch“ in der Entwicklung des Krieges. Es sei wichtig gewesen, dass die Tschechen sich selbst dazu entschlossen und zu den Waffen gegriffen hätten, statt nur auf die Befreiung zu warten. Den Dank und eine Erinnerung würden alle verdienen, die sich an der Befreiung der Tschechoslowakei von dem Hitler-Terror beteiligt hätten, sowohl bei der Roten Armee und der US-Armee als auch die Angehörigen der Russischen Befreiungsarmee von General Andrej Wlasow, so Sobotka bei einer Kranzniederlegung vor dem Rundfunkgebäude in Prag. Von dort war am 5. Mai 1945 der Aufruf zu der Erhebung gegen die Nazis ausgegangen.

Der Aufstand wurde mit einem Waffenstillstand sowie dem Abzug der deutschen Wehrmacht aus Prag am 8. Mai 1945 beendet. Etwa 2.000 Tschechen kamen dabei ums Leben. Am 9. Mai 1945 zogen sowjetische Panzer in die Moldaumetropole ein.


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