Russische Menschenrechtler wollen Verbot öffentlicher Stalin-Ehrungen

Moskau (APA/dpa) - Menschenrechtler haben wegen der vielen Würdigungen für Sowjetdiktator Josef Stalin (1879-1953) in Russland ein Verbot de...

Moskau (APA/dpa) - Menschenrechtler haben wegen der vielen Würdigungen für Sowjetdiktator Josef Stalin (1879-1953) in Russland ein Verbot des Personenkults gefordert. „Die Verbrechen Stalins sind beispiellos in der heimischen Geschichte“, erklärte die Organisation Memorial am Dienstag in Moskau.

Es sei unerträglich, dass der für den Tod von Millionen Menschen verantwortliche Diktator auf öffentlichen Plätzen mit Porträts und bisweilen auch Denkmälern gewürdigt werde.

Memorial verurteilt immer wieder, dass die Opfer des blutigen Terrors durch diese Würdigungen Stalins verhöhnt würden. Der russische Staat müsse dem Grenzen setzen, forderte Memorial. „Das Fehlen eines gesetzliches Verbots von öffentlichen Huldigungen Stalins zeigt, dass der Staat die Existenz solcher Grenzen noch nicht anerkannt hat.“

Besonders jedes Jahr um den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland am 9. Mai erinnern viele Russen an Stalin als erfolgreichen Oberbefehlshaber im Zweiten Weltkrieg. Historiker betonen allerdings, dass die Verluste der Roten Armee besonders in der Anfangszeit wegen inkompetenter Kriegsführung extrem hoch gewesen seien.

„Der Platz von Diktatoren ist in Museumssälen, in Lehrbüchern und historischen Abhandlungen im Kontext ihres Handelns, aber nicht auf den städtischen Plätzen“, teilte Memorial mit.


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