Unwetter in Niederösterreich 2 - „Weltuntergangsstimmung“

Korneuburg/Tulln/Hollabrunn (APA) - Mit Großpumpen, Motorsägen und Baggern kämpfte die NÖ Feuerwehren Mittwoch früh gegen die Massen an Wass...

Korneuburg/Tulln/Hollabrunn (APA) - Mit Großpumpen, Motorsägen und Baggern kämpfte die NÖ Feuerwehren Mittwoch früh gegen die Massen an Wasser und Schlamm an und beseitigten umgestürzte Bäume. Von „Weltuntergangsstimmung“ sprach man beim Bezirksfeuerwehrkommando Hollabrunn.

In Merkersdorf (Bezirk Korneuburg) sind 30 Keller überschwemmt worden, nachdem der drei Meter tiefe Ortsgraben, der sich auf einer Länge von zwei Kilometern durch die Ortschaft zieht, über die Ufer getreten war. Die Überflutungen waren nach Angaben des NÖ Landesfeuerwehrkommandos zum Teil so stark, dass in Garagen abgestellte Fahrzeuge bis an die Decke gedrückt wurden.

Die Innenhöfe von Bauernhöfen wurden mehr als einen halben Meter hoch mit Schlamm überzogen. Der Schaden sei nach ersten Einschätzungen enorm. Zuletzt war der Ortsgraben in Merkersdorf im Jahr 1959 über die Ufer getreten.

Der Göllersbach überschwemmte Teile von Göllersdorf, Ober- und Untermallebarn sowie Sierndorf, Hangrutschungen bedrohten die S3. Häuser wurden mit Sandsäcken abgesichert. Der bis zu 50 Zentimeter hohe Schlamm musste laut Feuerwehr mit Schneepflügen von den Straßen geräumt werden. In Herzogbirbaum mussten Bagger die Zufahrt zum Feuerwehrhaus frei schaufeln, die ebenfalls von Schlamm blockiert war.

Südlich von Hollabrunn waren neben Göllersdorf auch Breitenwaida und Groß Stelzendorf stark betroffen, teilte das Bezirkskommando mit und berichtete von dramatischen Szenen: So wurde ein gehbehinderter 93-Jähriger gerettet, der mitsamt seinem Bett zur Seite gespült worden war. Ein Kleinkind wurde in Groß Stelzendorf im Feuerwehrhaus versorgt, da die Eltern nicht mehr an die Babynahrung gelangen konnten.


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