Ayatollah Khamenei droht mit Abbruch der Atom-Gespräche

„Ich bin mit Verhandlungen unter Druck und Drohungen nicht einverstanden“, sagte der oberste Geistliche Führer des Iran.

Ayatollah Ali Khamenei.
© APA/EPA/SUPREME LEADER OFFICIAL

Washington – Der oberste Führer des Iran hat mit dem Abbruch der Atomverhandlungen gedroht, sollte es weiterhin Druck auf die Islamische Republik geben. „Ich bin mit Verhandlungen unter Druck und Drohungen nicht einverstanden“, sagte Ayatollah Ali Khamenei am Mittwoch.

Seiner Einschätzung nach benötigen die USA ein Abkommen mehr als der Iran. Daher sollten die Amerikaner auch nicht versuchen, sein Land bei den Verhandlungen einzuschüchtern, sagte Khamenei, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

„Ära der Prügeleien vorbei“

Hintergrund seiner Reaktion ist eine Aussage von US-Präsident Barack Obama, der eine militärische Option im Atomstreit nicht ausgeschlossen hat. Die „Ära der (politischen) Prügeleien“ sei längst vorbei, sagte Khamenei im staatlichen Fernsehen. Das Außenministerium in Teheran bezeichnete die Drohungen als nicht konstruktiv.

Der Iran, die fünf UNO-Vetomächte sowie Deutschland arbeiten derzeit in New York an dem Entwurf des Atomabkommens, das Ende Juni fertig sein soll. Die Verhandlungen sollen vom 12. bis zum 15. Mai in Wien auf Experten- und Vizeaußenministerebene fortgesetzt werden. Ob es in Wien auch zu einem Außenministertreffen der sieben Staaten kommt, sei noch unklar, so eine Sprecherin des iranischen Außenministeriums.

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Westen will Sanktionsautomatismus

Die USA und die Europäer streben als Drohkulisse einen Sanktionsautomatismus an. Ziel sei es, einmal gelockerte Strafmaßnahmen auch ohne eine Zustimmung der UN-Vetomächte Russland und China wieder verschärfen zu können, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power.

Damit solle eine Wiederholung des Streits mit Russland und China über Sanktionen wegen des Bürgerkriegs in Syrien vermieden werden, falls die Regierung in Teheran gegen das geplante Atomabkommen verstoße. (APA/Reuters)


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