Ex-Banker veruntreut Millionen: „Bekenne mich schuldig“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Untreue, schweren Betrug, Veruntreuung und betrügerische Krida vor.

Symbolbild.
© ROBERT PARIGGER

Eisenstadt – Ein 53-jährige Ex-Banker aus dem Burgenland, der im Zeitraum von 17 Jahren fünf Millionen Euro Kundengelder veruntreut haben soll, hat sich am Mittwoch vor einem Schöffensenat in Eisenstadt schuldig bekannt. Er habe Karten und Passwörter von Kollegen für die Malversationen genutzt, gab er vor Gericht zu.

Die Staatsanwältin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die ihm u.a. Untreue, schweren Betrug und betrügerische Krida vorwirft, betonte zu Beginn der Verhandlung, kurz zusammengefasst, habe der Angeklagte Kundengelder verspekuliert - „und zwar ohne dem Auftrag der Kunden. Er hat viel können, aber nicht dürfen.“

Motiv des 53-Jährigen sei gewesen, dass er sich geniert habe, Argentinien-Anleihen ein paar Jahre vor der Staatspleite des Landes Kunden empfohlen zu haben. Möglicherweise „war ich zu feige, für die Bekanntgabe, dass die Anleihe jetzt einen geringeren Wert hat“, sagte er. Die Staatsanwältin glaubte ihm nicht, dass dies der Grund gewesen sei. „Ich glaube, er hat in der Bank gesehen, dass man aus viel Geld noch mehr Geld machen kann“. Er habe wie ein Spielsüchtiger investiert, gezockt und alles verloren.

Der 53-jährige habe laut Anklägerin eine „große Vertrauensstellung“ gehabt. Er habe Konten für Kunden eröffnet, ohne dass sie davon wussten und immer wieder mit dem Verkauf von Wertpapieren versucht, Löcher auf Kundenkonten zu stopfen, die durch seine Spekulationen aufgetaucht seien. Laut seinem Verteidiger habe er Kunden falsch beraten und versucht, den Schaden gut zu machen. Er sei dabei in eine Sache reingekommen, aus der er nicht mehr rausgekommen sei.

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Rund 900.000 Euro soll der Angeklagte auf ein Konto in Amerika geparkt, aber schlussendlich auch verloren haben. Dieses Konto sei auf den Namen eines Freundes gelaufen. Selbst bereichert soll sich der Mann nicht haben, hielt sein Verteidiger fest. Der Prozess ist bis zum frühen Nachmittag angesetzt. Zeugen sollten noch befragt werden. (APA)


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