Vier Todesurteile wegen Lynchmords an Afghanin in Kabul

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Kabul (APA/AFP/Reuters) - Wegen des Lynchmords an einer jungen Frau in Kabul hat ein afghanisches Gericht vier Männer zum Tode verurteilt. Richter Safiullah Mujadidi verkündete am Mittwoch, die Verurteilten sollten gehängt werden. Die Afghanin war Mitte März nahe einer Moschee von einer großen Menschenmenge zu Tode geprügelt und anschließend verbrannt worden, weil sie angeblich den Koran verbrannt hatte.

Die Familie der 27-jährigen Frau, einer Absolventin der Islamwissenschaften, widersprach der Darstellung der Täter. Vor der Moschee hatte sich die junge Frau mit Mullahs über den Verkauf von Glücksamuletten gestritten. Der Lynchmord fand am helllichten Tag vor den Augen der Polizei statt. Nach der Bluttat hatten Tausende vor dem Obersten Gericht in Kabul protestiert. „Wir sind alle Farkhunda. Wir wollen Gerechtigkeit“, riefen die Demonstranten. Der Prozess gilt als ein Test für das afghanische Justizsystem und dessen Umgang mit Frauen.


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