Hochbetagte 2 - Ernährung gut - Oft Hinweise auf kognitive Defizite

Wien (APA) - Der Ernährungsstatus der österreichischen Senioren (80 bis 85) ist laut der neuen Hochaltrigenstudie gut. 9,8 Prozent haben all...

Wien (APA) - Der Ernährungsstatus der österreichischen Senioren (80 bis 85) ist laut der neuen Hochaltrigenstudie gut. 9,8 Prozent haben allerdings ein erhöhtes Risiko für eine Mangelernährung. 94,4 Prozent benötigen eine Sehhilfe. 31,2 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer haben Schwierigkeiten beim Sehen trotz Brillen. Männer haben häufiger Hörprobleme (37,4 Prozent) als Frauen (26,4 Prozent).

65,6 Prozent der Befragten können sich innerhalb ihres Wohnortes selbstständig und uneingeschränkt fortbewegen. 82 Prozent wiesen im Gangtest eine „normale“ Geschwindigkeit auf. „In Übereinstimmung mit den Ergebnissen zur Mobilität ergibt sich, insgesamt betrachtet, ein vergleichsweise hoher Grad an Selbsthilfefähigkeit (...) im Hinblick auf alltägliche Verrichtungen“, heißt es dem Report. 91,2 Prozent können sich selbstständig anziehen, 85,6 Prozent mindestens zehn Stiegen steigen, 76,6 Prozent Einkaufen gehen. Insgesamt nur 30 Prozent der Probanden in Privathaushalten gaben an, im Alltag auf Unterstützung angewiesen zu sein.

Schlechter sieht es offenbar mit den kognitiven Fähigkeiten der Österreicher zwischen 80 und 85 aus. „Nur 15,5 Prozent der Teilnehmer haben den kognitiven Test fehlerfrei absolviert“, stellen die Autoren fest. Leichte Defizite zeigten 31,8 Prozent, auffällige Ergebnisse 32,6 und sehr auffällige Resultate 20,1 Prozent. Männer waren besser im sogenannten Uhrentest (Ziffernblatt zeichnen und eine Uhrzeit einzeichnen), Frauen besser im Drei-Worte-Merktest.

Sehr unterschiedlich waren die Ergebnisse bei der Häufigkeit des Gefühls von Einsamkeit. 2,4 Prozent fühlen sich immer einsam, 9,3 Prozent immerhin oft (manchmal: 14,4 Prozent). Selten einsam sind 10,7 Prozent und überhaupt nie 62,2 Prozent. Männer fühlen sich zu 9,4 Prozent oft oder immer einsam, Frauen hingegen zu 13,6 Prozent.

Im Alter oft in Verbindung zum Gefühl der Einsamkeit noch hinzu kommend sind depressive Stimmungen. „11,5 Prozent der Befragten fühlen sich häufig deprimiert (in vorangegangenen zwei Wochen oder immer; Anm.)“, stellt die Hochaltrigenstudie fest. Selten oder nie glücklich fühlen sich 22,4 Prozent, oft oder immer traurig 14,6 Prozent. Mit 6,7 Prozent von an depressiven Stimmungen leidenden Personen waren die in Privathaushalten Lebenden deutlich seltener vertreten als Menschen in Seniorenwohnheimen etc. (17,9 Prozent) oder in Pflegeheimen (38,4 Prozent).

Während im Alter von 80 bis 85 Jahren 88,3 Prozent der Österreicher Nichtraucher sind, trinken 17,8 Prozent der Frauen und 32,9 Prozent der Männer täglich oder fast täglich Alkohol (zwei bis drei Mal pro Woche: 7,6 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer).

Einige Daten zum Sozialleben: 55,2 Prozent der Befragten in Privathaushalten leben allein. 50,5 Prozent der Probanden sind in der Altersgruppe verwitwet. 35,1 Prozent fahren noch mit dem Auto. Bei der liebsten Alltagsgestaltung schneidet das Fernsehen als häufigste Aktivität (95,8 Prozent) am besten ab. Dann folgen Lesen (83,4 Prozent), regelmäßige Besuche anderer oder durch andere Menschen (77,3 Prozent) und Spaziergänge (60 Prozent). 48 Prozent gaben an, Kunst- und Kulturveranstaltungen zu besuchen. Für 31 Prozent spielen Zärtlichkeit und Sexualität eine große Rolle.

Mit Vorsicht zu beurteilen sind die Unterschiede, die sich zwischen den Wiener und den steirischen Probanden ergaben. Hier dürften unterschiedlicher Bildungshintergrund und Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land eine große Rolle spielen. Bei der physischen Gesundheit schneiden die steirischen Senioren besser ab (gut: 60 Prozent; in Wien nur 51,2 Prozent), den kognitiven Test bestanden 19 Prozent der Wiener, hingegen 9,5 Prozent der Steirer. Die Steirer fühlten sich nur zu 9,4 Prozent häufig oder immer einsam (Wiener: 13,2 Prozent), auch sind sie mit ihrem Leben zufriedener (84 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden; Wiener: 77,7 Prozent).


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