Zukünfte für eine zersplitternde Welt

Kapital als „großes Drama unserer Zeit“ auf der 56. Kunstbiennale in Venedig.

© Biennale/Alessandra Chemollo

Venedig –136 Künstler aus 53 Ländern in der zentralen Biennale-Ausstellung, unzählige mehr in den insgesamt 89 Länderpavillons und mehr als vierzig „offiziellen“ Parallel-Ausstellungen: Die Kunstwelt versammelt sich dieser Tage wieder in Venedig, wo ab kommenden Samstag die Biennale für das Publikum geöffnet wird.

Man begeht in diesem Jahr das 120-jährige Bestehen – 1895 fand die Kunstausstellung zum ersten Mal statt und wurde gleich zum Publikumsrenner und für die Stadtväter willkommener Tourismus-Motor.

Venedig biete einen „Thrill an Möglichkeiten“, sagte der diesjährige Biennale-Kurator Okwui Enwezor, der das Münchner Haus der Kunst leitet, am Mittwoch bei der Pressekonferenz im Teatro Piccolo im Arsenale. Das von Enwezor gewählte Thema tut es auch: „All the World’s Futures“ lautet der Titel für die Ausstellungen im Arsenale und im zentralen Pavillon in den Giardini, wo auch Karl Marx’ „Das Kapital“ seinen großen Auftritt hat, denn Kapital sei „das große Drama unserer Zeit“, so der gebürtige Nigerianer Enwezor, der außerdem bei der Künstler-Auswahl einen starken außereuropäischen Fokus hatte.

Mit der Venedig-Biennale beginnt auch der Kunst-Schaulauf der Länder, von groß angelegten Materialschlachten bis zu Performances und Interventionen ist alles dabei. Der Kommissär des österreichischen Pavillons, Yilmaz Dziewior, bat mit Heimo Zobernig einen Meister der Reduktion in das Hoffmann-Gebäude, dessen Architektur Zobernig mittels schwarzer Einbauten verfremdet. Offiziell eröffnet wird der Österreich-Pavillon am heutigen Donnerstag, welcher Pavillon mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet wird, wird sich am Samstag zeigen.

Bereits fest steht, dass der ghanaische Bildhauer El Amatsui für sein Lebenswerk geehrt wird. (jel)


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