Ehemaliger Pfleger wegen fahrlässiger Tötung in Salzburg verurteilt

Salzburg (APA) - Ein mittlerweile pensionierter Anästhesie-Fachpfleger ist am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg wegen fahrlässiger Tötu...

Salzburg (APA) - Ein mittlerweile pensionierter Anästhesie-Fachpfleger ist am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bedingt verurteilt worden. Der 57-Jährige, der seine Unschuld beteuerte, soll bei einer Patientin vor einer Operation ein unvollständig entlüftetes Druckset an die Arterie angelegt haben. Sie starb an einer Luftembolie im Gehirn.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Zusatzdelikt „besonders gefährliche Verhältnisse“, das einen Strafrahmen von bis zu drei Jahren Haft vorsieht und das die Staatsanwaltschaft in ihrem Strafantrag erhoben hatte, lag nach dem Schuldspruch von Strafrichter Thomas Meingast nicht vor. Der Angeklagte wurde daher wegen des Grunddelikts fahrlässige Tötung (Strafrahmen bis zu einem Jahr Haft) verurteilt.

Zu dem Vorfall war es am 4. Juni 2012 in einem Spital in der Stadt Salzburg gekommen. Die schwer kranke Pensionistin unterzog sich einer Folgeoperation: Ihr sollte nach einer Krebserkrankung ein künstlicher Darmausgang gesetzt werden. Bei der Narkose soll dann der Fehler passiert sein. Der Angeklagte (Verteidiger: Rechtsanwalt Robert Morianz) habe das arterielle Druckset mangelhaft überprüft, lastete ihm Staatsanwalt Christian Weismann an. Weil das Druckset nicht frei von Luft gewesen sei, sei es zu einer Verfrachtung von Luft in das Gehirn der Patientin gekommen und eine Luftembolie verursacht worden, die den Tod der Frau herbeigeführt habe, so der Vorwurf.

Doch der Angeklagte rechtfertigte sich damit, dass ihm damals eine Anästhesie-Fachpflegerin ein bereits entlüftetes Druckset übergeben habe. Dennoch habe er es nochmals kontrolliert und mit Kochsalzlösung durchgespült. „Es war zu hundert, zu tausend Prozent luftleer“, schloss der Beschuldigte eigene Fehler aus. Die Patientin sei vor der Operation verfallen, „sie wurde ohnmächtig“, schilderte der bisher unbescholtene Mann. Er habe sie noch auf die Intensivstation begleitet und dort dem Personal übergeben. „Was die dann mit dem Druckbeutel gemacht haben, weiß ich nicht.“ Anfangs wurde auch gegen einen Narkose-Arzt ermittelt, die Erhebungen wurden dann aber eingesellt.

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