Neues Abwicklungssystem der EZB könnte später starten

London/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem neuen System zur einheitlichen Wertpapierabwicklung in Euro...

London/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem neuen System zur einheitlichen Wertpapierabwicklung in Europa Schwierigkeiten. Es gebe immer noch technische Fragen zu lösen vor dem vorgesehenen Starttermin am 22. Juni, sagte Paul Bodart, Mitglied des Leitungsgremiums für die Plattform am Mittwoch in London.

Die EZB hat sich mit dem Projekt auf die Fahnen geschrieben, die Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld in Europa zu vereinheitlichen, grenzüberschreitende Transaktionen zu vereinfachen und Kosten zu senken. Die neue Plattform T2S (Target2-Securities) soll unter anderem die Verbuchung von Geld und Stücken erleichtern. Ziel ist es, den europäischen Finanzmarkt insgesamt konkurrenzfähiger zu machen.

Das System habe noch nicht das Niveau an Stabilität, das der Vorstand erwartet, sagte Bodart auf einer Konferenz des Finanzmarktverbandes AFME. Der Vorstand werde am 25. Mai zusammenkommen und über den Start entscheiden. „Wir können keine Plattform starten, die nicht stabil genug ist“, sagte Bodart.

Das System soll in drei Stufen in Betrieb genommen werden. Bodart zufolge wäre mit einer Verzögerung bis September der für März 2016 vorgesehene zweite Teil nicht gefährdet. Sollte es aber länger dauern, stünde der Zeitplan für das Gesamtprojekt in Frage, so Bodart. T2S zählt zu den großen Infrastruktur-Vorhaben der Zentralbank. Es wurde 2008 auf den Weg gebracht.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA348 2015-05-06/13:33


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