Dänemark stoppt erste Fracking-Probebohrung

Kopenhagen (APA/AFP) - Die erste Probebohrung nach der umstrittenen Fracking-Methode ist in Dänemark nach nur einem Tag gestoppt worden. Das...

Kopenhagen (APA/AFP) - Die erste Probebohrung nach der umstrittenen Fracking-Methode ist in Dänemark nach nur einem Tag gestoppt worden. Das französische Unternehmen Total habe eine Chemikalie eingesetzt, für die es keine Genehmigung gehabt habe, sagte ein Sprecher der dänischen Energiebehörde am Mittwoch.

Dem Rundfunksender DR zufolge handelte es sich um eine als umweltschädlich geltende Chemikalie mit dem Namen Null Foam.

Henrik Nicolaisen, Leiter der Probebohrung, erklärte, die Chemikalie sei nicht verboten. Sie sei nicht auf der Liste der Produkte gestanden, die bei der Bohrung eingesetzt werden sollten, „weil wir nicht erwartet haben, dass sie ein Problem darstellen würde“. Das Unternehmen sei seit Februar mit der Gemeinde und der dänischen Energiebehörde in Kontakt gestanden und sei der Auffassung gewesen, dass Einigkeit über die verwendeten Substanzen geherrscht habe, sagte Nicolaisen dem Sender DR.

Total hatte im Juli die Genehmigung für Schiefergas-Probebohrungen in Vendsyssel im Norden Dänemarks erhalten. Dänemark gehört mit Großbritannien, Polen und Rumänien zu der kleinen Gruppe europäischer Staaten, die Fracking erlauben.

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In Deutschland berät der Bundestag am Donnerstag erstmals über ein Gesetzespaket, das für das konventionelle, schon seit vielen Jahrzehnten praktizierte Fracking in Sandstein deutlich strengere Regeln vorsieht. Unkonventionelles Fracking in Schiefer- und Kohleflözgestein oberhalb von 3.000 Metern soll hingegen grundsätzlich verboten werden. Allerdings sollen wissenschaftliche Probebohrungen erlaubt werden.

Am stärksten wird Fracking in den USA genutzt, die dank der Technologie der größte Produzent von Öl und Gas weltweit geworden sind. Beim Fracking - kurz für „hydraulic fracturing“ - werden Wasser, Sand und Chemikalien in Gestein gepresst. Durch den dadurch entstehenden Druck soll Gas oder Öl freigesetzt werden. Kritiker warnen aber, dass die chemischen Substanzen durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen und das Grundwasser verschmutzen könnten. Außerdem befürchten sie kleinere Erdbeben.


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