Starker US-Dollar bringt Puma ins Straucheln

Herzogenaurach (APA/dpa) - Der deutsche Sportartikelhersteller Puma schraubt die Erwartungen für 2015 zurück. Probleme macht der weltweiten ...

Herzogenaurach (APA/dpa) - Der deutsche Sportartikelhersteller Puma schraubt die Erwartungen für 2015 zurück. Probleme macht der weltweiten Nummer Drei der Branche hinter Nike und Adidas vor allem der starke US-Dollar. Er sorgt zum Beispiel für höhere Einkaufspreise bei Rohstoffen, die zur Herstellung von Bekleidung und Schuhen gebraucht werden. Bereits im ersten Quartal brach der Gewinn ein.

Für das Gesamtjahr rechnet Konzernchef Björn Gulden nun statt leichter Zuwächse beim Gewinn mit einem Rückgang. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2015 von den im Vorjahr erzielten 128 Mio. Euro auf 80 bis 100 Mio. Euro sinken, teilte Puma am Mittwoch am Rande der Hauptversammlung in Herzogenaurach mit. An der Prognose für den Umsatz hält das Unternehmen hingegen fest. Dieser soll währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. 2014 lagen die Erlöse bei 2,97 Mrd. Euro.

Diese Diskrepanz zeigt, dass die aktuelle Währungssituation für Puma ein zweischneidiges Schwert ist. Auf der einen Seite kurbelt der schwache Euro insgesamt die Umsätze an, weil von den Erlösen außerhalb der Eurozone nach der Umrechnung in Euro mehr beim Unternehmen hängen bleibt. Auf der anderen Seite spielt sich vieles in der Sportartikelindustrie in US-Dollar ab. Viele Rohmaterialien werden in US-Dollar gehandelt. Auch die Produktion in Asien erfolgt in Dollar.

Dies trifft zwar auch andere Hersteller, Puma fährt allerdings ausgerechnet in den Ländern einen erheblichen Teil seiner Gewinne ein, deren Währungen sich gar nicht oder nur teilweise gegen Wechselkursschwankungen absichern lassen. Dazu zählen beispielsweise Brasilien, Argentinien, Russland, Türkei oder Südafrika, deren Währungen stark an Wert verloren haben.

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„Wir sind nicht stark genug, um diese Effekte auszugleichen“, räumte Gulden ein. Puma habe zwar die Preise in den betroffenen Ländern angehoben, „aber wir können sie auch nicht verdoppeln nur weil sich unsere Kosten plötzlich irgendwo verdoppeln“.

Bereits im ersten Quartal 2015 schrumpfte der Gewinn. Operativ verdiente Puma nach ersten Berechnungen mit 37,5 Mio. Euro um 36 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Konzerngewinn ging um 30 Prozent auf 24,8 Mio. Euro zurück. Der Umsatz stieg um 13,2 Prozent auf 821,4 Mio. Euro. Währungsbereinigt belief sich das Plus auf 4,4 Prozent. Gefragt waren nach Angaben von Puma vor allem Schuhe.

Die Börse reagierte verschnupft auf die Zahlen, zumal Konkurrent Adidas am Vortag mit starken Ergebnissen für die ersten drei Monate des Jahres positiv überrascht hatte. Die im SDax notierte Puma-Aktie verlor nach Vorlage der Zahlen deutlich.

Seit gut drei Jahren steckt Puma in einem tiefgreifenden Unternehmensumbau. Er war nötig geworden, nachdem die Strukturen des Sportartikelherstellers dem rasanten Wachstum in der Vergangenheit nicht mehr standgehalten hatten.

~ ISIN DE0006969603 WEB http://de.puma.com/ ~ APA469 2015-05-06/15:43


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