Eishockey: ÖEHV-Verteidiger Iberer freut sich auf Duell mit Jagr

Prag (APA) - Die Enttäuschung nach der Frankreich-Niederlage abhaken und sich für die entscheidende Phase der Eishockey-WM neu fokussieren h...

Prag (APA) - Die Enttäuschung nach der Frankreich-Niederlage abhaken und sich für die entscheidende Phase der Eishockey-WM neu fokussieren heißt es für das österreichische Team in Prag. Verteidiger Matthias Iberer erklärte der APA - Austria Presse Agentur am Tag danach, wie er mit der Niederlage umgeht und wie er sich auf die Partie gegen Gastgeber Tschechien mit Superstar Jaromir Jagr freut.

APA: Wie fällt die Analyse des Frankreich-Spiels am Tag danach aus?

Iberer: „Es war eine bittere Pille zum Verdauen für uns. Wir haben uns das Spiel anders vorgestellt.“

APA: Wie schwer fällt es Ihnen, das abzuhaken?

Iberer: „Es sind zwei Tage Pause, das ist hart. Lieber wäre uns, wenn wir gleich wieder ein Spiel hätten. Wir haben noch zwei gute Chancen, Punkte zu holen. Es ist noch alles möglich. Man kann nach Niederlagen nicht zu down sein. Wir haben verloren, aber wenn wir das mitziehen in die nächsten zwei, drei Spiele, haben wir keine Chance.“

APA: Es stehen nun vier Spiele in fünf Tagen an. Wie sehr geht das an die Energie?

Iberer: „Die Kraft geht nicht aus, das ist für alle Nationen gleich. Man muss mit den Kräften haushalten und gut regenerieren.“

APA: Wie schwer fällt die Umstellung von einem Gegner, mit denen man mitspielen kann, auf Mannschaften, die sehr viel Wert auf die Defensive legen?

Iberer: „Wir haben vielleicht nicht die Klasse, so einen Gegner wie Frankreich ausspielen zu können. Wir tun uns leichter, wenn wir mitspielen. Wir müssen im Powerplay stärker spielen und unsere Chancen nützen, dann haben wir auch gegen defensivere Mannschaften gute Chancen, zu gewinnen“.

APA: Der Teamchef fordert schnelleres Umschalten. Wie sehen Sie das?

Iberer: „Schweden und Schweiz schalten so schnell um, das ist der große Unterschied auf diesem Niveau. Da geht keine Zeit verloren. Wir brauchen da ein bisschen länger, weil das Niveau, auf dem wir spielen, nicht so hoch ist. Das gelingt uns immer besser. Das ist sicher das Um und Auf bei dieser WM. Da muss jeder noch eine Spur schneller werden.“

APA: Haben Sie eine Erklärung für die vielen Turnovers?

Iberer: „Schwer zu sagen. Auf diesem Tempo spielen die meisten von uns nicht. Wenn man alles schneller machen muss, dann passieren Ungenauigkeiten. Die Top-Nationen machen das ohne Fehler und wir nicht. Dadurch entstehen die Konter. Je länger wir auf dem Niveau spielen, desto besser wird es. So eine Erfahrung bekommt man nur in der A-Gruppe, umso wichtiger wäre der Klassenerhalt.“

APA: Das Spiel gegen Tschechien steht bevor, hat man trotzdem die wahrscheinlich entscheidenden Partien gegen Lettland und Deutschland schon im Hinterkopf?

Iberer: „Auch gegen Tschechien ist alles möglich. Natürlich sind sie haushoher Favorit zu Hause. Aber wir können auch die Großen ärgern, wir gehen nicht in das Spiel, um zu verlieren. Das ist unsere Mentalität, wir wollen immer gewinnen und werden nichts zurückhalten.“

APA: Sie haben schon einige Erfahrung gegen Top-Stürmer sammeln können. Jetzt geht es unter anderem gegen Jaromir Jagr. Wie spielt es sich gegen solche Leute?

Iberer: „Wenn man den Superstars zuschaut, sieht man, wie einfach das für sie ist und es geht alles locker von der Hand. Da sieht man, wo man gerne wäre, aber das ist ein weiter Weg. Man schaut schon, wenn die Topstars am Eis sind, aber man muss jeden gleich spielen. Das sind Topspieler, die den einen oder anderen Move im Köcher haben, den man noch nicht gesehen hat. Aber es ist bei uns jeder 110 Prozent motiviert, durch unseren Einsatz machen wir ein bisschen was wett.“

APA: Freuen Sie sich auf die Stimmung gegen Tschechien?

Iberer: „Man kann sich nichts besseres wünschen, als in Tschechien gegen Tschechien zu spielen. Eine volle Hütte ist garantiert, sie spielen mit allen Superstars. Es wird ein super Eishockey-Nachmittag, sowohl für uns als auch für die Zuschauer. Ich freue mich sehr auf diesen Nachmittag, ich glaube, es ist ein einmalige Erlebnis für viele Spieler. Toll, dass man da dabei sein kann.“

APA: Bekommt ihr auch etwas von der super Stimmung in der ganzen Stadt mit?

Iberer: „Wir sind einmal kurz durch die Stadt geschlendert. Da bekommt man mit, welche Eishockey-Faszination da ist. Ob in der Halle oder in der Stadt, man sieht die Fahnen, man sieht die Fans. Es ist toll zu sehen, wie da die Eishockey-Nationen miteinander feiern.“

(Das Interview führte Stefan Grüneis/APA in Prag)


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