Flüchtende Zivilisten im Jemen beschossen: Dutzende Tote

Aden/Washington (APA/AFP/dpa) - Dutzende Zivilisten haben sich am Mittwoch vor den Kämpfen in der jemenitischen Hafenstadt Aden aufs Meer ge...

Aden/Washington (APA/AFP/dpa) - Dutzende Zivilisten haben sich am Mittwoch vor den Kämpfen in der jemenitischen Hafenstadt Aden aufs Meer gerettet und sind dort durch Granatfeuer getötet worden. Wie ein Vertreter der Gesundheitsbehörde von Aden mitteilte, wurden 32 Tote und 67 Verletzte in die Krankenhäuser der Stadt eingeliefert. Bei dem Beschuss wurden demnach ein Fischerhafen und ein Frachtkahn getroffen.

Der Beamte machte für den Beschuss schiitische Houthi-Rebellen verantwortlich. Die Rebellen und die mit ihnen verbündeten Soldaten halten dem ehemaligen Staatschef Ali Abdullah Saleh die Treue. Sie versuchen seit Tagen, das Tawahi-Viertel im Zentrum der südjemenitischen Stadt einzunehmen. Dort befindet sich der Sitz von Aden TV. Der Sender steht dem nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi nahe.

Hadi hatte nach seiner Flucht nach Riad im März das benachbarte Königreich um militärische Unterstützung gebeten. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten begannen daraufhin am 26. März mit Unterstützung der USA, Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Houthi-Rebellen zu fliegen. Dabei kommen auch immer wieder Zivilisten ums Leben. Die Allianz begründet ihre Intervention auch damit, dass der Iran die Houthis unterstütze. Teheran bestreitet das.

Die USA haben unterdessen humanitäre Hilfe in Höhe von 68 Millionen Dollar (61,17 Mio. Euro) für die Betroffenen der Bombardements im Jemen versprochen. Es soll unter anderem für Wasser, Lebensmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung genutzt werden, wie das Außenministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Zugleich hofft die US-Regierung nach eigener Aussage auf ein baldiges Ende der Luftangriffe. Bei den Kämpfen wurden nach UNO-Angaben bisher 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt.


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